Interkulturelle Vorbereitung

Teil 4: Japan - Europäische Rohdiamanten

Astrid Oldekop
Das Sahnehäubchen seiner Übungen allerdings soll ein Praktikum bei einem japanischen Unternehmen werden – eine große Herausforderung für Grünenberg. Schließlich gebe es in Japan anders als zuhause in Deutschland keine Praktikantenkultur. Und überhaupt ist ein 44-jähriger CEO in der Rolle eines Praktikanten im Hierarchie-orientierten Land nur schwer vorstellbar. Noch ist Grünberg auf der Suche nach dem passenden Unternehmen. Wenn er das erst mal gefunden hat, wird er abends mit den neuen Kollegen zum Biertrinken und Karaoke-Singen in die Isakayas von Tokio gehen, ist er sich sicher. „Es gibt in Japan zwei Wahrheiten“, schwärmt Grünenberg. Die eine im Büro, die andere in der Kneipe, wenn über die Chefs geschimpft werde. „Es erstaunt mich immer wieder, wie gut die Japaner Dampf ablassen können.“Als Abschluss-Arbeit schreiben die Teilnehmer einen Business Plan für das entsendende Unternehmen und halten eine Verkaufspräsentation auf Japanisch. Danach wird Grünenberg einer der rund Tausend ETP-Alumni sein und den neuen Stipendiaten die Menschen seines persönlichen Netzwerkes vorstellen. „Ich habe noch nie in meinem Leben so hart gearbeitet“, resümiert er. „Das ist wie ein MBA-Programm, bei dem man noch zusätzlich eine asiatische Sprache lernt.“Interkulturelles Training - die Serie:China, Indien, Japan: Manager im AuslandTeil 1: China: Der Boden des EisbergsTeil 2: Indien im Aufschwung Teil 3: Dubai - Arabisch in drei WochenExecutive Training Programme (ETP): Japan und KoreaAblauf: Das Programm dauert ein Jahr: drei Monate Sprach-, Wirtschafts- und Kulturunterricht mit je zweiwöchigen Präsenzphasen in Paris (Sciences Po), Mailand (SDA Bocconi), London (SOAS); sechs Monate Unterricht mit Schwerpunkt Sprache im Gastland (Waseda/Tokio und Yonsei/Seoul); drei Monate Praktikum im Gastland.
Zielgruppe: Führungsnachwuchs, vor allem aus dem kaufmännischen oder technischen Bereich, keine Altersbeschränkung. Der Arbeitgeber muss das Programm unterstützen, Beziehungen mit Japan oder Korea pflegen oder planen.
Auswahlverfahren: Bewerbungen bis zum 30. September. Auf ein Interview in Deutschland folgt ein Assessment-Center in Brüssel.
Stipendium: Die Teilnehmer erhalten 24000 Euro sowie die Hochschulgebühren, der Arbeitgeber finanziert den Rest.
Informationen: Frank Kaiser (IHK Düsseldorf), 021135 57 227, frank.kaiser@duesseldorf.ihk.de, www.etp.org
EU-China Managers Exchange and Training Programme (METP): ChinaAblauf: Das Programm dauert zehn Monate: zwei Wochen interkulturelles Training mit den chinesischen Stipendiaten in Peking; sieben Monate Wirtschaftschinesisch an der University of International Business and Economics Peking; drei Monate Praktikum in einem chineischen Unternehmen.
Zielgruppe: Gründer, Manager aus dem Mittelstand oder aus Non-Profit-Organisationen, die zwischen 26 and 40 Jahre alt sind und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung haben, davon zwei Jahre im Management. Vorausgesetzt wird eine Hochschulabschluss, erste China-Kontakte, exzellentes Englisch, aber keine oder nur geringe Chinesisch-Kenntnisse. Es wird erwartet, dass die eigene Firma die Bewerbung unterstützt.
Auswahlverfahren: Das nächste Programm startet im Mai 2009, bewerben kann man sich bis Januar 2009. Das Assessment-Center findet in Brüssel statt.
Stipendium: 1000 Euro pro Monat plus alle Hochschulgebühren.
Informationen: www.metp.net.cn
Dieser Artikel ist erschienen am 14.08.2008

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