Interkulturelles Training

Teil 3: Dubai - Arabisch in drei Wochen

Michael Backfisch
Völlig entnervt treffe ich beim Makler ein. Wir besichtigen mehrere Drei-Zimmer-Wohnungen im Marina-Viertel nahe der Media City. Als ich erfahre, dass die Jahresmieten in dieser Ecke umdie 36 000 Euro betragen, beginne ich, mir ernsthaft Gedanken zu machen. Ich suche weiter, entdecke aber leider kein Schnäppchen. Ich merke, dass ich einen derart hohen Preis bezahlen muss,wenn ich nicht jeden Tag stundenlang im Stau stehen will. Schließlich lande ich in einem Hochhaus im Bezirk The Views. Mein neues Domizil liegt zehn Autominuten von meinem künftigen Büro entfernt.In den folgenden Wochen rufe ich jeden MorgenNida an und frage, wie es um meine Akkreditierung steht. „Haben Sie noch ein wenig Geduld“, vertröstet sie mich Tag für Tag. Mitte Juli ist es dann so weit. Mein Telefon klingelt,  und ich höre die erlösende Nachricht: „Wir haben Ihre Arbeitserlaubnis!“ Später überreicht sie mir eine schulheftgroße Plastikkarte, auf der „Working Permit“ steht. Ich fühle mich wie ein Marathonläufer, der nach einer 42-Kilometer-Tortur das Ziel erreicht. Schon wenige Tage später lädt mich Mohammed Al Mulla, der Direktor der Media City, zum Plausch in ein Café ein. Der weltgewandte Mittdreißiger erzählt von New York, seiner amerikanischen
Lieblingsstadt, wir reden über die US-Präsidentschaftswahlen.
Zum Abschied sagt er: „Wenn Sie Lust haben, kommen Sie demnächst auf einen Kaffee in mein Büro.“ Ich fühle mich geehrt und spiele den Ball zurück: „Sehr gerne, dann sprechen wir über Dubai und die Welt.“ Der Araber lächelt: „ . . .und über das Leben.“ Ich habe das Gefühl, endlich angekommen zu sein.Interkulturelles Training - die Serie:China, Japan, Indien: Manager im AuslandTeil 1: China: Der Boden des EisbergsTeil 2: Indien im AufschwungTeil 4: Japan - Europäische Rohdiamanten
Dieser Artikel ist erschienen am 12.08.2008

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