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Mehr Gehalt

Tankgutschein statt Gehaltserhöhung

Ulrike Heitze
Wenn der Chef nicht mehr Geld zahlen kann oder will, ist es schlau, Alternativen ins Spiel zu bringen. Möglichkeiten gibt es viele, und sie bringen beiden Seiten Vorteile.
Weiterbildung, Bahncard, Kindergartenzuschuss: Mit diesen Alternativen kann ein Unternehmen einen Angestellten belohnen, ohne sich eine unumkehrbare Gehaltserhöhung aufzuhalsen. Der Vorteil: Die Firma kann die Ausgaben von der Steuer absetzen und spart sich die höheren Sozialabgaben, die bei einem Gehaltsplus fällig wären. Je nach Zusammensetzung sind für einen Arbeitnehmer einige Hundert Euro zusätzlich zum Monatsgehalt drin. Zwar stehen in der Krise auch diese Leistungen auf dem Prüfstand. Firmen überlegen zum Beispiel, ob sie der gesamten Belegschaft noch das Nahverkehrsticket sponsern sollten. Individuell verhandelbar sind die Extras aber trotzdem.Weiterbildung
Solange das Thema der Fortbildung nachweislich in einem Zusammenhang mit dem Job steht, kann sich ein Mitarbeiter von seinem Chef ohne Limit abgabenfrei sponsern lassen. 

Die besten Jobs von allen

Altersvorsorge
Pro Jahr kann der Arbeitgeber 2544 Euro in die Altersvorsorge seines Mitarbeiters stecken. Und je nach Wahl des Vertrages sind noch einmal 1800 Euro zusätzlich möglich. Steuern und Sozialabgaben sind auf diese Beträge erst im Rentenalter fällig. 
Dienstwagen
Die Möglichkeit, den Firmenwagen auch privat zu nutzen, überlässt einem der Staat zwar nicht ganz kostenfrei, aber dafür, dass man sich Anschaffung, Wartung und Reparaturen spart, halten sich die steuerlichen Abzüge im Rahmen: Der private Anteil wird als geldwerter Vorteil, also als Gehaltsbestandteil behandelt. Pauschal wird ein Prozent vom Bruttolistenpreis des Wagens sowie pro Kilometer zwischen Wohnung und Büro 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis aufs monatliche Gehalt aufgeschlagen und dann mit Steuern und Sozialabgaben belastet.
Handy, Laptop und Internet
Wer Firmen-Laptop oder -Handy auch privat nutzt, muss die Geräte nicht als Quasi-Gehalt versteuern oder Sozialabgaben zahlen. Das gilt auch für die Telefongebühren, die das Unternehmen übernimmt. Wichtig: Die Ausstattung nur leihen, nicht schenken lassen.
ÖPNV-Tickets und Tankgutscheine
Für den Weg ins Büro kann der Arbeitgeber Tankgutscheine oder Bus- und Zugtickets sponsern, bis zu 44 Euro im Monat, ohne dass Steuern und Sozialabgaben anfallen. Tankgutscheine müssen dabei Formvorschriften erfüllen: Die Ware und die Menge müssen genau definiert, ein Preis darf dagegen nicht genannt sein. Statt "Sprit im Wert von 44 Euro", muss es also heißen "20 Liter Dieseltreibstoff bei Tankstelle XY".
Gutscheine für jede Lebenslage
Blumen, Kino, Bücher, Fitness, Sauna, Friseur oder Auto waschen - bis zu 44 Euro im Monat können in Form von Gutscheinen spendiert werden. Aber Achtung: Wie beim Benzin müssen Menge und Ware draufstehen, eine Wertnennung ist tabu. Und: Die 44-Euro-Grenze gilt für alle Gutscheine zusammen, inklusive Benzin- und ÖPNV-Sponsoring.
Kita, Krippe, Tagesmutter
Die Firma kann sich steuer- und abgabefrei an den Ausgaben für die Kinderbetreuung beteiligen. Solange die Sprösslinge nicht älter als sechs Jahre beziehungsweise noch nicht schulpflichtig sind, kann die Unterbringung grundsätzlich grenzenlos gesponsert werden. Wichtig: Die Firmenunterstützung gibt es zusätzlich zum Lohn, also etwa in Folge einer Gehaltserhöhung, im Tausch gegen Gehalt werden Abzüge fällig.
Firmenprodukte
Die Vorzugskonditionen dürfen pro Jahr in Summe höchstens 1080 Euro betragen - sonst werden Abgaben fällig.
Reisemeilen
Wer beruflich viel unterwegs ist, kann sich die erflogenen Dienstreisemeilen vom Chef schenken lassen. Bis zu 1080 Euro pro Jahr können so steuerfreundlich den Besitzer wechseln.
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Dieser Artikel ist erschienen am 01.03.2009