EU

Studieren für Europa

Britta Mersch
Exklusive Ausbildung: die Europa-KollegsDas Europa-Kolleg in Brügge gilt als die erste Adresse für Absolventen, die eine Karriere in einer EU-Institution oder ihrem Umfeld planen. Das Kolleg bietet Aufbau-Studiengänge mit unterschiedlichen Fachrichtungen, dazu gehören etwa ein "Master of Arts in European Economic Studies", ein "Master of Arts in European Political and Administrative Studies" oder ein "Master in European Law". Die Ausbildung dauert zehn Monate, die Kosten, die viele Studenten über ein Stipendium auffangen, die etwa vom "Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland vergeben werden, liegen bei 35000 Euro inklusive Wohnung. Brügge liegt nahe der Nordseeküste, etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Brüssel entfernt. www.coleurop.beDas Europa-Kolleg in Hamburg bietet einen einjährigen Aufbau-Studiengang mit Kursen in Jura, Wirtschafts- und Politikwissenschaft an. Die Absolventen können entweder den "Master in European Studies" erwerben oder den "L.L. M. European Legal Studies". Das Studium richtet sich an Absolventen, die einen sehr guten Abschluss in den Fächern Rechts-, Wirtschafts- oder Politikwissenschaft nachweisen können. Das Erststudium muss mindestens 240 Credit Points umfassen, die Studenten in der Regel durch einen Bachelor- und Master-Abschluss erwerben können. Das Auswahlverfahren umfasst eine schriftliche Bewerbung und ein Gespräch. Die Kosten liegen bei 8500 Euro. www.europa-kolleg-hamburg.deTipps für die Auswahl der Studienfächer und -stättenViele Hochschulen bieten in Kooperation mit einer Uni im Ausland gemeinsame Studiengänge an, die sich für eine EU-Karriere eignen. An der LMU München gibt es etwa einen Studiengang über deutsch-französisches Recht, der gemeinsam mit der Université Panthéon-Assas in Paris angeboten wird. Eine Liste dieser Studiengänge lässt sich auf den Internetseiten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes recherchieren: www.daad.deAndere Hochschulen bieten ebenfalls Europa-Studiengänge an, die Vorlesungen sind aber oft an Massenfächer angegliedert. Interessenten sollten darauf achten, dass es auch eigene Module für den Studiengang gibt. Ganz wichtig: Es gibt zwar zahlreiche internationale und europäische Studiengänge - die Inhalte aber variieren enorm. Viele haben eine kulturwissenschaftliche Ausprägung, andere legen ihren Schwerpunkt auf die Wirtschaftswissenschaften. Den Interessenten bleibt nichts anderes übrig, als sich mühsam durch die einzelnen Angebote zu klicken. Zu empfehlen ist ein persönliches Gespräch mit der Studienberatung. Eine erste Orientierung kann der Hochschulkompass (www.hochschulkompass.de) geben.Mit dem Bachelor und Master nimmt die Spezialisierung zu. Vorteil: Weil man die Abschnitte unabhängig voneinander studieren kann, kommen die Master-Angebote für Studenten, die ein allgemeines Studium in Politik, Wirtschaftswissenschaften oder Jura gemacht haben, in Frage. Bei vielen Master-Angeboten durchlaufen Bewerber ein Auswahlverfahren, bei dem die Abi-Note, besondere Studienleistungen und ein europäisches Interesse berücksichtigt werden. Die Kosten variieren enorm. Manchmal fallen keine Gebühren an, manchmal mehrere tausend Euro.Wer von vornherein lieber auf ein allgemeines Fach setzt, sich dann aber doch mit europäischen Themen beschäftigen möchte, sollte vor der Wahl der Wunsch-Uni einen Blick ins Vorlesungsverzeichnis werfen und gezielt eine Hochschule aussuchen, an der Professoren und Dozenten mit Europa-Schwerpunkt lehren. Gute Einblicke bieten auch Praktika in einer der EUInstitutionen oder in EU-nahen Agenturen und Unternehmen.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.09.2009

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