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Universität

Neue Ausbildung für Juristen in Mannheim

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Die Uni Mannheim ist für ihre Reformfreudigkeit bekannt, jetzt wagt sie sich an eine weitere heilige Kuh: das juristische Staatsexamen.
Die Uni Mannheim baut das Jurastudium umFoto: © Stefanie Eichler
Im neuen Bachelor-Studiengang Unternehmensjurist ist nicht die Verknüpfung von Jura und BWL einzigartig, sondern die Möglichkeit, im Examen einen Teil eines möglichen späteren Staatsexamens vorzuziehen. So wird die Hammerprüfung am Ende des Jurastudiums entzerrt. Wer möchte, kann auch mit dem Bachelor in den Beruf einsteigen. Während andere baden-württembergische Jura-Fakultäten Mannheims Vorstoß als Angriff auf das etablierte Staatsexamen werten, findet Ulrike Guckes, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin für Aus- und Fortbildung beim Deutschen Anwaltverein, das Modell sehr interessant. "Das ist ein Ansatz, der die Diskussion belebt."Allerdings sei der praxisorientierte Bachelor tatsächlich eher für Studenten geeignet, die eine Karriere in der Wirtschaft und nicht als Anwälte oder Richter anstreben. "Wir plädieren dafür, das Jurastudium nicht in seiner Wissenschaftlichkeitzu beschneiden." Für Hariolf Wenzler, dem Geschäftsführer der privaten Bucerius Law School, zeigt das Beispiel Mannheim, dass in der juristischen Ausbildung sehr viel in Bewegung ist: "Bologna hat die Richtung vorgegeben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Bachelor- und Magisterabschlüsse auch bei den Juristen durchsetzen."

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Dieser Artikel ist erschienen am 01.05.2008