Finanzierung

Mit Fördermitteln zur Weiterbildung

Max Haerder
Die Arbeitsagentur vergibt außerdem Bildungsgutscheine. Die gelten nicht nur für Arbeitslose, sondern auch für Arbeitnehmer, die durch eine Fortbildung eine drohende Kündigung abwenden können. Gerade jetzt kann das eine Möglichkeit sein, den Chef vom persönlichen Engagement zu überzeugen. Wenn die Arbeitsagentur eine konkrete Maßnahme für sinnvoll hält, sind mit dem Gutschein alle Kurskosten abgedeckt. Allerdings akzeptiert die Agentur nur zugelassene Anbieter. Weitere Informationen unter www.bildungspraemie.info.Welche weiteren Programme gibt es?Der Bildungskredit ist ein Angebot der staatseigenen KfW, dementsprechend günstig sind die Zinssätze. Gefördert werden damit "fortgeschrittene Ausbildungsphasen", also etwa die Finanzierung von Aufbau- und Ergänzungsstudiengängen, die für Akademiker interessant sind. Aber auch Auslandspraktika können mit dem Bildungskredit geschultert werden. Die Bedingungen wurden in diesem Jahr überarbeitet und flexibler gestaltet. Der maximale Kredit beträgt jetzt 7200 Euro. Der kann nun in monatlichen Raten von 100, 200 oder 300 Euro ausbezahlt werden. Auch eine Einmalauszahlung von bis zu 3600 Euro ist möglich. Die Rückzahlungspflicht beginnt erst vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Details unter www.bildungskredit.de.Was muss man bei der Kurs- und Anbieterwahl beachten?Der Markt für Weiterbildung ist groß; unzählige private tummeln sich neben öffentlichen Anbietern. Für die staatlichen Förderungen ist eine persönliche Beratung bei einer der 300 Beratungsstellen Voraussetzung. Vor Ort werden dann die Ziele und möglichen Maßnahmen, samt möglicher passender Angebote besprochen. Die Bildungsanbieter selbst müssen den Interessenten alle Informationen liefern, damit sie sicher sein können, dass die Maßnahme die richtige ist.Dazu gehört, dass der Anbieter genau auflistet, was die Inhalte der Programme sind, mit welchen Methoden gearbeitet, wie geprüft wird und wo die Weiterbildung stattfindet. Zudem ist entscheidend: Welche Art von Zeugnis oder Zertifikat gibt es für den erfolgreichen Abschluss? Und: Sind die Kosten klar und vollständig aufgelistet? Checklisten im Internet helfen dabei, keine wichtige Frage zu übersehen, z.B. www.bibb.de/checkliste.Auf welche Abschlüsse muss man achten?Bei privaten Anbietern unbedingt darauf schauen, dass der angestrebte Abschluss staatlich anerkannt ist. Sonst ist das Zertifikat vielleicht nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde. Ein weiteres Qualitätsmerkmal für Fortbildungen ist die sogenannte AZWV-Zertifizierung. Diese vergeben private Prüfstellen, die allerdings von der Bundesagentur für Arbeit zugelassen wurden. Die Bundesagentur selbst etwa fördert mit ihrem Bildungsgutschein nur Angebote von Bildungsträgern, die dieses Zertifikat vorweisen. Wer sich zu Hause weiterqualifizieren möchte, dem bietet die Deutsche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) eine Übersicht an Kursen und Studiengängen. Zusätzlich lohnt sich für angehende Studenten ein intensiver Blick auf die einschlägigen Uni-Rankings, bei karriere.de, www.zfu.de und  www.che-ranking.de.Kann ich die Weiterbildung im Ausland absolvieren?Besonders zahlreich sind die Angebote zwar nicht, aber es gibt sie. Wofür er den Bildungskredit nutzt, steht jedem frei - auch Studien oder Praktika im Ausland sind möglich. Das Bildungsunternehmen Inwent bietet ein gutes Dutzend verschiedener Management- und Fortbildungsprogramme für junge Berufstätige verschiedener Branchen an - und das weltweit und häufig mit Stipendien gekoppelt. Mehr Infos unter www.ins-ausland.inwent.org.Wie sieht es mit nebenberuflicher Weiterbildung und Fernstudien aus?Die Begabtenförderung ist ein Programm für Fachkräfte unter 25, die im Beruf Besonderes geleistet haben oder die der Chef dafür empfiehlt. Gefördert werden berufsbegleitende Studiengänge, Weiterbildungen oder Sprachkurse bis zu drei Jahre lang und in einer Höhe von maximal 1700 Euro pro Jahr. Information, Bewerbung und Auswahl übernimmt die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung. Einen guten allgemeinen Überblick zu E-Learning-Angeboten, die vom heimischen Computer aus genutzt werden können, bietet auch die Eldoc-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung. Details unter www.begabtenfoerderung.de und www.eldoc.info.
Dieser Artikel ist erschienen am 18.09.2009

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