Uni-Dschungel

Master: Hürden bei der Zulassung

S. Hergert, S. Mauer, C. Sonnet
Ausgewählte Masterstudiengänge: BWLFoto: © Junge Karriere
Die Top-Unis werden zwar genug Studenten anziehen, aber für andere könnte es eng werden. Für die Politikwissenschaft könnte das heißen, dass die Studiengängenoch einmal verändert werden: breiter und nicht mehr so spezialisiert. Das glaubt zumindest der Chemnitzer Professor Jesse: "Einige Unis werden beim Master zurückrudern." Bachelor und Master sollten die Studiendauer verkürzen. Auch dieses Ziel wurde nicht erreicht. "Ein Diplom dauerte vier Jahre, wer nach einem Bachelor seinen Master macht, braucht heute fünf Jahre", sagt der Kieler Professor Albers. Und meist reicht das nicht für den Abschluss.
Maschinenbau: Mehr StudienabbrecherLaut dem Statistischen Bundesamt pauken die Studenten 6,8 Semester bis zum Bachelorabschluss. 6,3 Semester sollten es im Schnitt sein. Die tatsächliche Gesamtstudienzeit liegt weit darüber. Ein weiteres Ziel der Bologna-Reform war die Reduzierung der Abbrecherquoten. Bei den Ingenieuren hingegen sind sie nach der Umstellung auf die neuen Abschlüsse gestiegen: "Wir verlieren jeden zweiten Studenten, die Quote ist unerträglich hoch", sagt Harmut Rauen vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).Denn so stolz die Hochschulen auf ihre Diplom-Ingenieure waren, so wenig bereit scheinen viele zu sein, ihre Vorlesungen auf die kürzere Studienzeit zu reduzieren. Das führt zu extremer Stoffverdichtung. Auf der Suche nach dem passenden Bachelor- oder Masterprogramm rät Rauen den Ingenieuren: "Ich würde die Inhalte vor und nach der Reform kritisch vergleichen. "Ernüchterung auch bei den Politikwissenschaftlern: "Die Abbrecherquote ist genauso hoch wie in den alten Studiengängen", sagt Politikprofessor Jesse.Weniger StudentenEines aber hat die Umstellung erreicht: Die Zahl der Studenten sinkt. "Als Diplomstudiengang war BWL ein Massenfach", sagt Michael Kleinaltenkamp, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften an der FU Berlin. "Die kleineren Masterstudiengänge werden nun für ein völlig anderes Arbeiten sorgen. Das wird sich in einer spürbar höheren Qualität bei der Ausbildung niederschlagen." Nur: Ob die Studenten das auch so sehen, wird sich erst zeigen.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.08.2009

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