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Real Estate

Lukrative Chancen mit Betongold

Teil 2: Negativ besetztes Image, hohe Ansprüche

Über vielschichtige Anforderungen an die Real Estate Spezialisten in Banken spricht Prof. Michael Lister vom Institut für Bankmanagement und Controlling der Steinbeis Hochschule Berlin genauso wie über die große Stellen- und Arbeitgebervielfalt.

Die immense Nachfrage nach Immobilien in Deutschland wächst stetig, besagt eine neue Marktstudie von Ernst & Young. Was bedeutet das für den Stellenmarkt rund um Immobilieninvestments?
Michael Lister ist Professor am Institut für Bankmanagement und Controlling der Steinbeis Hochschule Berlin.Foto: SteinbeisNicht nur die Nachfrage nach Immobilien steigt, die Immobilienkäufer und -verkäufer werden auch immer anspruchsvoller. Zudem versucht die Branche, sich von einem in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal negativ besetzten Image zu lösen. Das geht nur mit gut ausgebildeten, über die nötige Sachkunde verfügenden Mitarbeitern. Ich vermute, dass die Zahl der Mitarbeiter in der Immobilienbranche weiter wachsen wird, dass aber zukünftig vor allem deutlich höher qualifizierte Mitarbeiter gesucht werden. Die Branche bietet – bei entsprechendem Talent – gute Verdienstmöglichkeiten, was den Zustrom von Bewerbern schon in der Vergangenheit nie abreißen ließ. Aber die Qualifikationsanforderungen werden steigen.

Gilt das vor allem für Banken?

Die Anforderungen an Real Estate Spezialisten in Banken sind und bleiben vielschichtig. Zum einen sind versierte Bewerter gefragt. Die Mitarbeiter dieses Bereichs brauchen auf jeden Fall eine intensive theoretische Ausbildung. Profunde Kenntnisse der Bewertungsverfahren und Erfahrung sind wichtig. Daneben brauchen die Banken gute Berater für Investitionsentscheidungen. Solche Mitarbeiter müssen sicher im Handling von Investitionsverfahren sein und ihre Berechnungsergebnisse den Investoren auch gut erklären können. Auch hierfür ist eine gute Ausbildung unabdingbar.

Was wird sich in den Immobiliengesellschaften tun müssen?


Das unterscheidet sich kaum von den Banken unterscheiden. Immobilien richtig einschätzen und Investitionsentscheidungen beurteilen zu können, werden immer wesentliche Anforderungen an Real Estate Mitarbeiter sein. Vielleicht kommt hier als Kriterium noch das nötige Fingerspitzengefühl oder das richtige Gespür bei der Objektauswahl hinzu. Vermutlich wird ein reiner Technokrat in Immobiliengesellschaften einen schweren Stand haben. Eine gewisse "Liebe zur Immobilie" sollte schon vorhanden sein.

Der Vorstand eines großen Immobilienverwalters hat sich mal darüber beschwert, dass einigen Mitarbeitern das Gefühl für eine gute oder schlechte Immobilie fehlen würde, man das aber auch schlecht unterrichten könne.


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Und was ist mit den Real-Estate-Abteilungen der Unternehmen?


Bei ihren Mitarbeitern kommt noch hinzu, dass sie auch die Abläufe im Unternehmen verstehen und Immobilie und Unternehmen integrieren können müssen. Der Leiter der Corporate Division eines großen Maklerunternehmens berichtete, dass er stets Personen mit unterschiedlichen akademischen Abschlüssen sucht, damit diese die Kunden, also Unternehmen, besser verstehen und so besser beraten können. Er stellt deshalb z. B. Agrarökomomen für die Betreuung landwirtschaftlicher Immobilen oder Mediziner für Immobilien aus dem Gesundheitswesen ein.