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Auslandspraktikum

Kuala Lumpur: Rückversicherung im Einklang mit der Sharia

Dorothee Fricke
Manina Kunz, 24, studiert BWL in Rosenheim und war von Juli bis Oktober 2008 Praktikantin bei der Münchener Rück in Kuala Lumpur.
Manina Kunz verschlug es nach MalaysiaFoto: © PR
"Wie sollte ich mir jemals all diese fremd klingenden Namen meiner Kollegen einprägen? Das habe ich mich am ersten Tag meines Praktikums in Kuala Lumpur gefragt. Neben Englisch wird in Malaysia natürlich Malaiisch gesprochen, aber auch Tamil, Mandarin oder eine gewöhnungsbedürftige Mischung aus allem.Die Münchener Rück Retakaful, bei der ich Praktikantin bin, ist eine shariakonforme Rückversicherung. Das heißt, dass sie die Prinzipien des islamischen Rechts, der Sharia, beachtet. ,Takaful' ist Arabisch, bedeutet ,sich gegenseitig unterstützen', und Retakaful ist zusammengesetzt aus dem englischen Reinsurance und Takaful. Zwei wichtige Unterschiede zur Versicherung, wie wir sie kennen, sind das Zinsverbot und die Beschränkung auf Investments, die mit der Sharia im Einklang stehen. Folglich ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die mit Schweinefleisch oder Alkohol handeln oder Glücksspiel betreiben, ,haram', also verboten.

Die besten Jobs von allen

Zu meinen Aufgaben gehört beispielsweise die Überarbeitung von Marktstudien. Die Arbeit in einem deutschen Konzern in Kuala Lumpur unterscheidet sich kaum von der in Deutschland. Anders ist es, wenn man auf die Straße geht. Überall begegnen einem endlos viele Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Dazu das Verkehrschaos, die Frauen in ihren Saris und Burkas, die Palmen, Tempel und Moscheen, exotische Früchte, freilaufende Äffchen, tropisches Wetter und, und, und ..."Zurück zum Text: Raus in die Welt: Praktika im Ausland
Dieser Artikel ist erschienen am 01.01.2009