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Raumfahrt-RobotikFoto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Mythos MINT

Kein Karriere-Selbstläufer

Teil 2: Wachsender Frauenanteil

Mythos 2: Spitzenvergütung

Junge Ingenieure starten mit einem Jahresgehalt von durchschnittlich 41.150 Euro ins Berufsleben, Mathematiker und Informatiker mit je 41.050 Euro. Damit liegen sie alle laut Angaben des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung mehr als 4000 Euro über dem Durchschnitt aller Akademiker. Noch besser stehen einige Fachhochschulabsolventen da. FH-Elektrotechniker und Wirtschaftsingenieure etwa erhalten zum Einstieg 44.400 Euro beziehungsweise 42.650 Euro pro Jahr.

"FH-Absolventen gehen sofort in die Wirtschaft, die hohe Gehälter bezahlt. Uni-Absolventen bleiben häufiger im Wissenschaftsbetrieb und promovieren", sagt Axel Plünnecke, Leiter des Kompetenzfelds Humankapital und Innovationen am IW Köln. Dennoch lohne sich auch dieser Weg, weil die Gehälter anschließend deutlich steigen.

Mythos 3: Chancen für Frauen

"Girls' Day", "Komm, mach MINT" oder "MINTalente" – Initiativen, um Frauen für ingenieur- und naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern, gibt es einige. Die Mühe scheint sich zu lohnen. Aus einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) geht hervor, dass der Frauenanteil in MINT-Berufen wächst. Seit 2007 ist die Zahl der angestellten Naturwissenschaftlerinnen um fast die Hälfte gestiegen, die der Ingenieurinnen um ein Viertel. Trotz allem ist der Frauenanteil in MINT-Berufen, verglichen mit dem Gesamtanteil berufstätiger Frauen, noch immer unterdurchschnittlich. Den Hauptgrund dafür nennt Wilhelm Adamy, DGB-Arbeitsmarktexperte und Autor der Studie: "Für Frauen gibt es nach wie vor strukturelle Barrieren. Dazu zählen familienunfreundliche Arbeitszeiten, mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten, gerade nach familienbedingten Unterbrechungen, sowie die Entgeltungleichheit, die Frauen oft in die Zuverdienerrolle verweist."