Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Johanna Söderström

Hier stimmt die Chemie

Kirstin von Elm
Johanna Söderström, Personalchefin von Dow Deutschland, erklärt, was ihr Unternehmen zu „Deutschlands bestem Arbeitgeber“ macht.
Johanna Söderström ist "Deutschlands beste Arbeitgeberin"Foto: © PR
Junge Karriere: Frau Söderström, gerade ist Ihr Unternehmen vom Great Place to Work Institute in der Sparte Chemie zum besten Arbeitgeber in Deutschland gekürt worden. Was machen Sie besser als andere?
J. Söderström: Wir legen sehr viel Wert auf die individuelle Unterstützung jedes einzelnen Mitarbeiters.
Wie sieht dieUnterstützung denn konkret aus?
Also, für Hochschulabsolventen heißt das zum Beispiel Direkteinstieg kombiniert mit maßgeschneiderter Weiterbildung. Statt ein Standard-Traineeprogramm zu durchlaufen, nehmen neue Kollegen etwa in der Entwicklungsabteilung bei uns an den verschiedensten Forschungsprojekten in ganz Europa teil.

Die besten Jobs von allen

Und was bieten Sie Mitarbeitern, die keine Einsteiger mehr sind?
Auch später noch gibt es viele individuelle Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten, die auf die speziellen Stärken und Talente des Einzelnen ausgerichtet sind.
Ihr Unternehmen hat außerdem den Sonderpreis für kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz erhalten. Die Chemie-Fabrik als personeller Schmelztiegel?
Dow ist mit über 200 Niederlassungen in 35 Ländern vertreten. In Deutschland haben wir rund 7000 Mitarbeiter aus aller Welt. Wer will, kann bei uns international Karriere machen.
Wie Sie selbst?
Ja. Ich habe für Dow schon in meiner Heimat Finnland und in der Schweiz gearbeitet. Oder nehmen Sie unseren deutsch-französischen Produktionsstandort Rheinmünster. Dort sind insgesamt 23 verschiedene Nationalitäten
vertreten. Aber egal wo, bei Dow arbeiten Sie grundsätzlich in internationalen und interdisziplinären Teams.
Klappt das denn immer auf Anhieb?
Dazu muss man sein eigenes Verhalten und das der anderen verstehen. Das fördern wir zum Beispiel mit kulturellen Workshops, bei denen Mitarbeiter sich und ihr Land im kleinen Kreis den Kollegen vorstellen.
Klingt spannend, aber ist diese Vielfalt nicht auch ganz schön anstrengend?
Ja, natürlich. Team-Mitglieder aus unterschiedlichsten Kulturkreisen reiben sich auch mal aneinander. Außerdem bedeutet Diversity ja auch, dass Mitarbeiter passend zu ihren jeweiligen Lebensumständen Teilzeit arbeiten oder Jobsharing in Anspruch nehmen. Für die Organisation ist das teilweise schon anstrengend. Trotzdem sehen wir Diversity als großen Wettbewerbsvorteil.
Warum?
Die kulturelle Vielfalt bei uns eröffnet neue Perspektiven und fördert kreatives Denken.
Wie stehen aktuell die Chancen auf einen Job bei Dowin Deutschland?
2008 und 2009 werden wir jeweils etwa 50 Mitarbeiter einstellen, davon rund 80 Prozent Ingenieure. Gute Chancen haben natürlich die Chemie-Ingenieure und die Verfahrenstechniker, aber wir stellen auch Maschinenbauer, Elektroingenieure, Werkstoffwissenschaftler und Agrar-Ingenieure ein. Außerdem brauchen wir Chemiker und Betriebswirtschaftler.
Chemie & Verfahrenstechnik - Das Spezial:Metallveredelung: Moderne AlchemistenFörderprogramme: Kapital für GründerZurück zum Text: Entwickler mit grünem Gewissen
Dieser Artikel ist erschienen am 26.09.2008