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Trainee-Gehalt

Einstieg mit finanziellen Abstrichen

Anne Ritter
Wer das Glück hat, eine Traineestelle zu erwischen, hat beim Gehalt oft das Nachsehen gegenüber Direkteinsteigern. Dafür ist den Traineekandidaten in der Regel der schnelle Aufstieg im Unternehmen sicher. Da heißt es abwägen...
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Foto: Dioptria/SXC

Erfreuliche Entwicklung

Trainees verdienen im Durchschnitt rund fünf Prozent weniger als Direkteinsteiger. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Alma Mater, das für seine Vergütungsstudien bekannt ist. Das zu erwartende Jahresbrutto für Trainees liegt demnach bei 40.000 Euro. 35.000 Euro wurden als untere Grenze ermittelt und bei 44.400 Euro ist schon das Ende der Fahnenstange erreicht.

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Die aktuelle Kienbaum-Trainee-Studie zeigt ein ähnliches Bild: Demnach erhalten die Berufseinsteiger im ersten Jahr ihres Trainees ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 43.100, im zweiten Jahr sind es im Schnitt 44.000. 2010 waren es noch 42.600 beziehungsweise 43.000.

Bei den Zusatzleistungen sind die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr allerdings sparsamer geworden: Haben 2010 noch sämtliche befragte Firmen ihren Trainees Zusatzleistungen gewährt, tun dies in diesem Jahr nur noch knapp zwei Drittel. Befragt wurden insgesamt 406 Unternehmen

Medien- und Tourismusbranche schneiden schlecht ab

Auch am Gehalt ist zu erkennen, welchen Stellenwert die Unternehmen in den unterschiedlichen Branchen den Traineeprogrammen beimessen. Am meisten verdienen Trainees im Bankwesen, in der Fahrzeugtechnik, in der Elektrotechnik, der Konsumgüterindustrie, in Chemie und Pharma, im Automobilbau und in der Versorgung.

Unterdurchschnittliche Trainee-Gehälter zahlen unter anderem die Medienbranche, der öffentliche Dienst, der Groß- und Außenhandel, und auch Beratungsunternehmen, so die Alma Mater-Studie. Angeführt wird die Liste der unterdurchschnittlichen Bezahlung von der Tourismusbranche: Sie vergütet ihre Trainees mit einem Jahresbruttogehalt von nur 10.000 Euro und zahlt damit im Vergleich am wenigsten.

Letztlich muss jeder Bewerber für sich entscheiden, was ihm die Traineestelle wert ist: Gilt sie im Unternehmen als Karriereeinstieg, so ist das etwas geringere Gehalt gegenüber dem Direkteinstieg wohl zu verschmerzen

Dieser Artikel ist erschienen am 09.10.2012