Studium

FH oder Uni: Was ist besser?

D. Fricke, B. Mersch
Keine Forschung an FHs? Von wegen!Foto: © Yuri Arcurs - Fotolia.com
Mit Uni-Abschluss verdient man mehr
Für die aussterbende Gattung der Diplomstudiengänge stimmt diese Vermutung. Laut der Vergütungsberatung Personalmarkt steigt ein BWLer mit Uni-Diplom im Schnitt mit 41244 Euro Bruttogehalt pro Jahr ein, das FH-Diplom ist demnach 38386 Euro wert. Für einen Maschinenbauer zahlte sich der Diplomingenieur von der Uni mit 44346 Euro aus, der FH-Abschluss brachte 42350 Euro ein. Auch nach fünf bis zehn Jahren im Beruf liegen Uni-Absolventen vorne: Der Uni-BWLer verdient im Schnitt 59565 Euro, sein Kollege von der FH muss sich mit 54064 Euro zufriedengeben. Bei den Maschinenbauern sind es 58396 Euro mit Uni-Diplom und 55309 Euro für den FH-Abschluss. Bei den Bachelor-Gehältern trennt Personalmarkt nicht zwischen Uni und FH. „Durch die neuen Abschlüsse wird sich das Vergütungssystem ändern“, sagt Jens Hohensee von Kienbaum, „es wird darauf ankommen, ob man einen Master hat oder nicht.“An den Fachhochschulen wird nicht geforschtDieses Vorurteil hält sich zwar hartnäckig, stimmt aber nicht. Viele Fachbereiche an Fachhochschulen arbeiten an Themen, die in der Wirtschaft gerade gefragt sind. Dafür pflegen sie enge Kooperationen mit Unternehmen. Um ihre Forschungsarbeiten zu verstärken, bekommen die Fachhochschulen einen großen finanziellen Zuschuss. 2006 rief das Bundesbildungsministerium das Programm „Forschung an Fachhochschulen“ ins Leben. Rund 30 Millionen Euro fließen pro Jahr in drei unterschiedliche Förderlinien: die Forschung an Fachhochschulen mit Unternehmen, die Qualifizierung des Ingenieurnachwuchses und die Profilierung der neuen Technologien. „Für die Fachhochschulen ist das ein nennenswerter Betrag“, sagt Tiziana Zugaro, Pressereferentin im Ministerium.Die 30 Millionen sind allerdings kein Vergleich zu den 1,9 Milliarden Euro, die die Universitäten von Bund und Ländern durch die Exzellenzinitiative bekommen. Insgesamt profitieren hier 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und neun Unis von dem Geld. „Bei der Exzellenzinitiative geht es darum, die Spitzenforschung an Universitäten im internationalen Wettbewerb zu fördern“, sagt Tiziana Zugaro. Ärgerlich für die Fachhochschulen: Sie konnten sich beim Elite-Wettbewerb nicht direkt beteiligen. Lediglich einigen wenigen FHs ist es gelungen, durch Kooperationen mit Unis etwas vom Förderkuchen abzubekommen. Eine Fortsetzung der Exzellenzinitiative ist in Planung – auf eine eigene Förderung dürfen die Fachhochschulen aber wohl nicht hoffen.Wollen die Fachhochschulen jetzt anders heißen?Mit der Einführung der neuen Abschlüsse Bachelor und Master bemühen sich viele FHs, das Label Fachhochschule irgendwie loszuwerden – und erfinden dafür trickreiche Namen. Die FH Darmstadt ist hier doppelt gewieft und nennt sich wahlweise „University of Applied Sciences“ oder schlicht „Hochschule Darmstadt“. Eine Annäherung an die Universitäten sei aber nicht der Grund: „Uns ging es darum, auch im Ausland deutlich zu machen, dass es sich um eine Hochschule handelt“, sagt FH-Präsidentin Maria Overbeck-Larisch.Die Universitäten dagegen bleiben gerne bei ihren Labels – obwohl mit den neuen Studiengängen Praxisinhalte integriert werden. „An einer Universität kann es nicht um die Einübung von beruflich fundierten Handlungsroutinen gehen“, sagt Rudolf Steinberg, Präsident der Universität Frankfurt. Er rät Studienanfängern, sich genau anzusehen, welches Angebot sie an einer Fachhochschule oder Universität erwartet: „Wenn sich jemand für ein Studium an der Uni Frankfurt entscheidet, sollte er wissen, dass wir eben keinen Standard-Praxis-Bachelor anbieten.“
Dieser Artikel ist erschienen am 26.08.2008

Der jobturbo: eine suche - alle jobs

Themen im Überblick

Allgemeinbildung

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport