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MBA-Tagebuch

Ein unerwartetes Angebot

Mari Enzensberger
Mari Enzensberger macht an der Rotterdam School of Management (RSM) ihren MBA. Die Handelsblatt-Stipendiatin berichtet alle 14 Tage aus ihrem Alltag. In ihrem 18. Beitrag wird sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen - ohne sich beworben zu haben.
Mari Enzensberger nähert sich dem Ende ihres MBA in RotterdamFoto: © PR
Das vierte Semester läuft auf Hochtouren, aber es fühlt sich anders an als die vorherigen. Wir sind in den Wahlfächern viel kleinere Klassen und mit maximal 35 Studenten genießen wir ein intensiveres und persönlicheres Lernumfeld. Trotzdem finde ich es schade, dass ich viele Leute kaum noch sehe, weil unsere Zeitpläne so unterschiedlich sind. Alles hat seine Vor- und Nachteile.Produktentwicklung für Museen

Die besten Jobs von allen

Für drei Wochen sind wir 35 Studenten im Wahlfach „Strategisches Design Denken" in die Rolle von Produktdesignern geschlüpft. Unser Professor lehrt normalerweise an der Cranfield Business School. Auch diesmal geht es um Gruppenarbeit. Unsere Aufgabe war es, den Audio Guide in Museen neu zu designen. Dabei ging es nicht um die äußere Form oder Farben, sondern um die Entwicklung des Museumsführers der Zukunft.Auch wenn ich Anfang des Jahres die Finanzmanagement-Kurse am liebsten ausgelassen hätte, bin ich froh, dass ich sie machen musste. Man bekommt in einem MBA eine 360-Grad-Perspektive, bei der man sehr gut herausfinden kann wo man selbst hingehört.Mein erstes InterviewUnsere Abteilung für Unternehmenskontakte und Netzwerke, „Career Development Center" genannt, ist in den letzten Monaten besonders aktiv. In den nächsten Tagen finden zahlreiche Unternehmenspräsentationen statt. Heute werde ich den Gründer von Skype kennenlernen. Ich bin gespannt was er zu erzählen hat, denn ein Leben ohne Skype könnte ich mir momentan nicht vorstellen, weil ich mit meiner Familie in Finnland und Deutschland nur noch über das Internet kommuniziere. Morgen findet eine kleine Messe in unseren Hallen statt, bei der ich die Möglichkeit habe mit weiteren Unternehmen in Kontakt zu kommen.Am Freitag dieser Woche habe ich mein erstes Jobinterview. Noch habe ich mich nicht beworben, aber die RSM hat ein Buch herausgegeben, in dem die Lebensläufe aller Stundenten im Jahrgang abgedruckt sind. Dieses Buch wurde einigen Firmen zur Verfügung gestellt und so wurden schon einige von uns zu ihren ersten Jobinterviews eingeladen. Ich hab die Branche des Unternehmens, das mich einlädt, zwar noch nie in Betracht gezogen, aber man kann nie wissen, was bei solchen Gesprächen heraus kommt. Wer weiß, vielleicht ist die Aufgabe sehr spannend?Am Anfang des Jahres waren der Zeitdruck und das Zeitmanagement die größte Herausforderung für uns Studenten. Am Ende des Jahres ist es die Balance zwischen den noch ausstehenden Kursen und der Planung fürs nächste Jahr. Es fällt mir persönlich nicht ganz leicht mich voll auf die Kurse zu konzentrieren. Im Kopf kreisen im Hintergrund immer Gedanken, wo ich nächstes Jahr lebe und welchen Job ich haben werde. Ich denke diese Phase ist eine der unsichersten in den letzten Jahren, aber sie ist auch sehr spannend, weil ich wichtige Weichen stellen kann.Lesen Sie mehr vom Studium an der Rotterdam Business School:
Mari Enzensberger: Das MBA-Leben in Rotterdam
Dieser Artikel ist erschienen am 22.09.2010