Berlin

DUW stellt sich dem Wettbewerb

Christian Müßgens
Das Institut muss es aber schaffen, sich unter den Wettbewerbern durchzusetzen. "Das ist ein riesiger Markt - und er ist sehr hart umkämpft", räumt DUW-Präsidentin Ada Pellert ein. Daher will sie auf Themen setzen, die ihrer Ansicht nach bisher zu wenig Aufmerksamkeit erhalten haben. Etwa mit dem Masterstudiengang Compliance, in dem die Teilnehmer lernen, wie sie Unternehmensregeln überwachen und durchsetzen. Einen vergleichbaren Master auf universitärem Niveau gebe es in Deutschland nicht.Zwei andere Studiengänge befassen sich mit dem Bildungsmanagement in Firmen und der Wertschöpfungskette in der Pharmazie, von der Entwicklung bis zur Vermarktung. Weitere Programme sollen folgen: Allein in diesem Jahr werden noch drei Masterprogramme anlaufen - zusätzlich zu den drei bestehenden.Im Juli beginnt die erste MBA-Klasse, im Oktober ein Studiengang, in dem die Teilnehmer lernen, den Interessen ihrer Firma im europäischen Politikbetrieb Gehör zu verschaffen. Hinzu kommen zweimonatige Zertifikatskurse.Fünf Mio. Euro haben Klett und die Freie Universität jeweils investiert - die FU in Form von Sacheinlagen: So hat sie die denkmalgeschützte Villa, in der die DUW residiert, an deren Trägergesellschaft überschrieben. Mit dem restlichen Geld sollen die ersten Jahre überbrückt werden, bis die DUW sich selbst trägt. "Wir wissen, dass wir einen langen Atem brauchen", sagt Manfred Antoni, Vorstandsmitglied von Klett. Eines Tages soll die DUW Gewinn abwerfen. Denn natürlich wolle man Geld verdienen, sagt er.Die DUW muss es deshalb schaffen, genügend Studenten für ein Studium an dem Institut zu begeistern. Aktuell sind etwa 60 Berufstätige eingeschrieben, innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre müssen es 1 000 bis 1 500 werden, damit sich der Lehrbetrieb selbst trägt. Der Forschungsbetrieb soll sich auf Dauer über Drittmittel finanzieren. "Auf dem freien Markt Studenten zu gewinnen ist nicht einfach", sagt Antoni. Zumal sie bereit sein müssen, 15 000 Euro zu investieren. So viel kostet ein Masterstudium an der DUW - und nur ein Drittel der Studenten wird momentan vom Arbeitgeber unterstützt.Außerdem sitzen sie nicht nur in Seminaren wie an einer normalen Universität und lernen auch nicht nur am heimischen Schreibtisch wie an einer Fernhochschule. Der DUW-Mix soll Präsenzkurse, Fernlehre und Online-Einheiten verbinden. Pellert braucht daher Dozenten, die ihr Fach beherrschen, sich mit dem Internet auskennen und gute Texte schreiben - und die sind nicht leicht zu finden. "Studenten und Lehrende begegnen sich bei uns auf Augenhöhe", sagt die Präsidentin. Frontalunterricht, bei dem ein Professor endlose Vorträge halte, sei an der DUW nicht möglich. Vielmehr würden die Studenten ihre eigene Berufspraxis thematisieren - eine Form der Lehre, an die sich Dozenten erst gewöhnen müssten und die sich im universitären Alltag noch bewähren muss.
Dieser Artikel ist erschienen am 09.03.2010

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