Junge Karriere-Hochschulranking 2007/08

Die besten Hochschulen

Junge Karriere
Jura - alles was recht istDie Jura-Fakultäten sind aufgewacht: Weil es nicht mehr reicht, die Studierenden nur auf das Staatsexamen vorzubereiten, machen sie ihre Studiengänge internationaler und praxisnäher.

Gerade einmal sieben Jahre ist sie alt. Gerade mal 200 ihrer Studenten haben das erste Staatsexamen abgelegt. Dennoch hat die Bucerius Law School (Foto) ihren Ruf als Deutschlands Eliteschmiede für Juristen schon gefestigt. 500 Bewerber kämpfen jährlich um die wenigen Studienplätze an Deutschlands erster privater Jurauniversität. Und Kanzleien und Unternehmen rangeln darum, wer welche Sitzbank oder welchen PC-Arbeitsplatz an der Hochschule im Herzen Hamburgs sponsern darf.

Kein Wunder, dass die Bucerius Law School ihre Top-Platzierung aus dem letzten Jahr halten, und den Vorsprung sogar noch ausbauen konnte. Die Fakten sprechen für sich: Die Absolventen der Bucerius Law School haben nach eigenen Angaben eine Durchschnittsnote von knapp 11 Punkten und sind damit fast doppelt so gut wie der Bundesdurchschnitt. Mit 78 Partnerhochschulen in 26 Ländern sind die Hamburger international hervorragend vernetzt und die Ausstattung für die aktuell 519 Studenten wegen des großzügigen Sponsorings exzellent. Vorlesungen werden in Kleingruppen mit höchstens 20 Teilnehmern nachgearbeitet.
Auch die Arbeitgeber honorieren die Bemühungen der BLS: In ihrer Wertung erreichte die Law School Platz und kletterte damit zwei Plätze nach oben. Der einzige Punkt, der dem Aufstieg an die Spitze noch im Weg stehen könnte: Die Recruiter ärgern sich ein wenig darüber, dass die BLS-Studenten ihren Marktwert genau kennen. "Da sind schon einige recht arrogant", sagt ein Partner einer Großkanzlei hinter vorgehaltener Hand. Dennoch sind alle Großkanzleien hinter den Absolventen der Privatuni her, denn diese sind ganz gezielt auf die Arbeit in internationalen Unternehmen getrimmt.

Shootingstar in der Liste der Top-10-Jura-Fakultäten ist die Universität des Saarlandes in Saarbrücken: Im vergangenen Jahr tauchte sie dort noch nicht einmal auf, und in diesem Jahr landete sie gleich auf Platz 3. Die Uni zeigt, dass sich Internationalität und Staatsexamen nicht ausschließen müssen. Die Studenten haben hier die Möglichkeit, in den ersten zwei Jahren ein - in Frankreich voll anerkanntes - Doppelstudium zu absolvieren. "Dieses Studium ist sehr anspruchsvoll", sagt Tiziana Chiusi. "Deswegen haben wir überdurchschnittlich gute Studenten." Sie glaubt, dass sich im guten Ranking die Bemühungen der Fakultät in den vergangenen Jahren wiederspiegeln. Schon vor Jahren haben die Saarbrückener - unabhängig vom Bolognaprozess - ein Creditpointsystem eingeführt, das den Studenten einen straffen Lernplan vorgibt. "Das kommt sehr gut an bei den Studierenden", sagt Chiusi.

Die größte Überraschung neben dem Aufstieg Saarbrückens dürfte der Absturz der Uni Heidelberg sein. Bereits im vergangenen Jahr zeigte sich eine frappierende Diskrepanz zwischen Außen- und Innenwahrnehmung: Bei den Personalern hui, bei den eigenen Studenten pfui. Die Uni hat diesen Widerspruch noch nicht auflösen können. Im Gegenteil, er hat sich noch verstärkt: In diesem Jahr landete sie zwar bei den Personalern in den Unternehmen erneut auf Platz eins - bei Studenten rutsche sie aber um zwei Plätze ab auf Platz 20. Grund dafür ist unter anderem, dass die Studierenden sich eine bessere und modernere Ausstattung der Fakultät wünschen.

Durchweg beliebt ist nach wie vor die Uni Passau: Wie im vergangenen Jahr landete die renommierte rechtswissenschaftliche Fakultät auf Platz zwei. Hier stimmen Image und Wirklichkeit überein - und das honorieren Studenten und Personaler.

Top 5: Jura Universitäten
Dieser Artikel ist erschienen am 16.05.2008

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