Weiterbildung

Den Master nebenberuflich machen

Britta Mersch
Diese Prüfmöglichkeit ist nur ein Kriterium, auf das Fortbildungswillige bei der Wahl ihres Studiengangs unbedingt achten sollten. Denn der modulartige Aufbau der Weiterbildung sorgt nicht zuletzt auch dafür, dass sich Teilnehmer finanziell nicht gleich für den ganzen Studiengang verpflichten, sondern nur jedes absolvierte Modul bezahlen müssen.Der Arbeitgeber muss vom Vorteil der Fortbildung überzeugt werdenWas die Finanzierung der akademischen Fortbildung angeht, gibt es kein einheitliches Modell. Einige Studenten tragen die Kosten selbst, andere bekommen eine Finanzspritze vom Chef. Das hängt vom Überzeugungsgeschick des Fortbildungswilligen ab, dem es gelingt, den Vorteil seiner Weiterbildung für den Arbeitgeber zu betonen.Neben dem modularen Aufbau noch weitere Qualitätskriterien für die Wahl des optimalen Master-Studiums zu finden, ist allerdings schwer. Orientierung bieten immerhin die Gütesiegel der insgesamt sechs Akkreditierungsagenturen, welche die neuen Studienangebote in Deutschland auf die Güte der Lehre und ihre Praxisnähe prüfen. "Die Akkreditierung verweist allerdings nur darauf, dass die Ausbildung den Mindeststandards entspricht", erklärt Frank Ziegele, Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh.Ob ein Angebot das richtige ist, lässt sich deshalb oft nur im Selbsttest herausfinden. Das liegt auch daran, dass "viele Hochschulen bislang nur wenig Erfahrung im Weiterbildungssegment haben", sagt Frank Ziegele. Bislang hätten die Hochschulen noch gar nicht erkannt, welches Potenzial in ihren Angeboten steckt. Und welche bedeutende Rolle sie im Weiterbildungssektor für Berufstätige spielen könnten.Weiterbildung erhält einen höheren StellenwertAuch beim Arbeitskreis Personalmarketing (dapm), dem zahlreiche Personalmanager von Konzernen wie BMW, Philips oder SAP angehören, ist man überzeugt, dass der Master-Titel bei der Weiterbildung von Mitarbeitern in Zukunft an Bedeutung gewinnt. Denn Absolventen könnten vom Uni-Know-how und dem Master-Titel auf der Visitenkarte sehr profitieren.Dem Herzchirurgen Stephan Ensminger ist das schon gelungen. Der promovierte und habilitierte Herzspezialist schreibt zurzeit seine Master-Arbeit zum Thema "Kostenrechnung für eine experimentelle Versuchstiereinrichtung" - wenn neue Formen der Herzoperationen erst am Schwein oder Schaf durchgeführt werden. "Eine solche Einrichtung gibt es schon seit zwei Jahren", sagt der Herzchirurg, "aber niemand kannte sich mit der Kalkulation dieser Großtier-Experimente aus."Das Studium in Kaiserslautern hilft Ensminger auch bei seiner Funktion als geschäftsführender Oberarzt. Viele der Techniken, die er im Studium kennenlernt, kann er auf seinen Klinikalltag übertragen. Etwa wie motivierend es ist, Mitarbeiter bei wichtigen Fragen mit einzubeziehen - so zum Beispiel, wenn neue Kollegen eingestellt werden. "Mir ist es wichtig, Wissen aufzubauen und durch Kompetenz zu überzeugen."
Dieser Artikel ist erschienen am 22.05.2009

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