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Auslandspraktikum

Baavar, Teheran: Der große Kulturschock blieb aus

Dorothee Fricke
Sara Usinger, 25, studiert VWL an der Uni Köln. Die Studentenorganisation AIESEC vermittelte ihr ein viermonatiges Praktikum in Teheran, Iran.
Sara Usinger trug während ihres Praktikums im Iran ein KopftuchFoto: © Privat
"Mein Praktikum wäre im allerletzten Moment fast geplatzt - erst einen Tag vor dem Abflug bekam ich endlich mein Visum. Das war eine echte Zitterpartie, und am Ende klappte es nur, weil die Studenten im Teheraner Lokalkomitee der Studentenorganisation AIESEC bei den Behörden vor Ort alles für mich in Bewegung gesetzt hatten. Ich hatte mich vor meinem Praktikum viel mit der iranischen Kultur und den Dingen beschäftigt, die man dort vor allem als Frau beachten muss - etwa dem Tragen eines obligatorischen Kopftuchs. Der große Kulturschock blieb also aus. Die positive Überraschung war die Herzlichkeit, mit der ich empfangen wurde. Die Iraner ließen mich wirklich nie allein, alle haben sich die ganze Zeit um mich gekümmert.Gearbeitet habe ich für die Organisation Baavar, die sich für die Rechte von körperlich behinderten Menschen einsetzt. Leider gibt es immer noch viele Fälle von Diskriminierung, wie mir auch meine Chefin Parisa, die seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, berichtete. Ihr Engagement hat mich sehr beeindruckt. Ich musste Texte und Dokumente übersetzen und habe auch immer versucht, Kontakte zu internationalen Dachorganisationen zu knüpfen. In der Zeit habe ich unheimlich viel über die Arbeit von NGOs und über das Leben Behinderter gelernt. Vor allem aber habe ich einen ganz anderen Blick auf Deutschland bekommen."

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Dieser Artikel ist erschienen am 01.01.2009