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Springlane: Die Gründer
Foto: Springlane GmbH
Start Me Up | VERLAGSSPEZIAL

Springlane macht das Kochen schöner

Springlane
Geschäftsfeld / Branche: Online-Fachhandel für Küchen-, Tisch-, Wein- und Gourmet-Produkte
Produkt: Küchen-, Tisch-, Wein- und Gourmet-Produkte
Gründungsdatum: September 2012
Gründer: Marius Till Fritzsche, Lars Christian Wilde, Alexander Luik, Björn Rust
Anzahl Mitarbeiter: 40
Adresse: Springlane GmbH, Erkrather Str. 228d, 40233 Düsseldorf
Web: www.springlane.de

Das Internet hat den Bereich der Consumer Goods in den letzten Jahren stark verändert. Der Markt bewegt sich weg von großen Warenhaus- hin zu Formaten, die dem Einzelhandel verwandt sind und mehr Service und Einzelkontakt bieten. Bei Springlane geht es um das Umfeld 'Küche und Kochen': den Kauf von "schönen Küchenprodukten", das Kochen (mit Schule) und Tipps von Experten.

Vorbilder sind etwa Anbieter wie "Williams-Sonoma" in den USA, die mit einem Umsatz von fünf Milliarden Dollar schon eine bedeutende Marktposition erreicht haben. Kochen als Lifestyle steht klar im Fokus und will online erlebbar gemacht werden, und zwar durch ein lebendiges Image, das emotional und attraktiv präsentiert wird.


Was ist die Gründungsidee Ihres Unternehmens, was ist das Besondere?

Das Verschenken eines Topfsets hat in Deutschland eher wenig Stil. Man verbindet mit einem solchen Geschenk meist den schnellen Griff ins Warenhaus-Regal. Hier wollten wir ansetzen, etwas verändern, und haben uns diese Produktkategorie mal etwas näher angeschaut. Die gesamte Beziehung zum Kochen und Essen hat sich in den letzten zehn Jahren sehr stark gewandelt. Wir haben festgestellt, dass es dabei nicht nur um Kochprodukte geht, sondern um das Soziale daran.

Man trifft sich heutzutage nicht mehr nur zum Essen, sondern auch zum gemeinsamen Kochen. Hinzu kommt die Entwicklung, dass sich die Menschen immer bewusster ernähren. Jeder will wissen, was genau er isst. Online-Communities wie chefkoch.de, die rund um das Thema Kochen und Ernährung informieren, gehören zu den erfolgreichsten deutschen Websites.

Derzeit gibt es keinen Einzelhändler, der das gesamte Spektrum rund ums Kochen derart umfangreich abbildet. Wir bieten unseren Kunden neben dem Online-Shop ein gesamtes Online-Erlebniskonzept, einschließlich Online-Magazin und Kochschule. Unser Ziel ist es, eine Handelsmarke zu schaffen, die alles aus einer Hand anbietet und in der Lage ist, auch kleinere Private-Labels beim Kunden zu etablieren.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Hindernisse im Gründungsprozess?

Das erste Hindernis für mich persönlich war die Entscheidung, meinen gesicherten Karriereweg aufzugeben und mich selbstständig zu machen. Ich habe den Schritt dennoch gewagt, weil ich es sonst irgendwann bereut hätte, es nicht riskiert zu haben. Natürlich gibt es immer wieder neue Herausforderungen: Wie überzeugen wir potenzielle Kunden, bei uns zu kaufen? Wie überzeugen wir gute Mitarbeiter oder Investoren von einer Zusammenarbeit?

Diese Hindernisse sollte man nicht negativ betrachten. Vielmehr ernte ich aus solchen Herausforderungen viel Motivation, Inspiration und Energie. Es fühlt sich weniger an wie ein Job, sondern eher wie ein Projekt.



Ist Ihr Unternehmen bereits als Marke etabliert? Wenn ja, wodurch?

Seit unserer Gründung vor zwei Jahren konnten wir uns bei sämtlichen Stakeholdern bereits einen Namen machen. Unter den Lieferanten sind wir bekannt, auf Messen und Kongressen kennt man uns. Auch auf der Kundenseite haben wir uns bereits als Marke etabliert, was vor allem daran liegt, dass es in dieser Branche kaum einen Anbieter gibt, der die Kundenansprache online derart gut versteht.

Wir sind im Bereich Onlinemarketing gut organisiert und beschäftigen beispielsweise Investmentbanker, Mathematiker und Statistiker, sodass wir immer wissen, wie wir mit verschiedenen Werbemitteln einen bestimmten Effekt erzielen können. So sind wir auf der einen Seite intern sehr stark zahlen- und KPI-(Key-Performance-Indicators-)getrieben, auf der anderen Seite legen wir viel Wert auf Design und die emotionale Kundenansprache nach außen. Diese Kombination bildet unsere Basis für eine erfolgreiche Markenpositionierung.

Ist Recruiting ein Thema für Sie? Gibt es eine entsprechende Strategie?

Recruiting und 'War for Talent' sind aus unserer Sicht essenzielle Themen. Einige unserer knapp 40 Mitarbeiter haben wir über Uni-Netzwerke gewonnen. Wir betreiben Hochschulmarketing und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, Stellen international auszuschreiben. Unsere Unternehmenssprache ist Englisch, alle internen Meetings und Präsentationen werden auf Englisch gehalten. Nachdem wir an internationalen Hochschulen Stellen ausgeschrieben haben, bekamen wir zudem sehr positive Resonanz.

Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Absolventen aus dem Ausland nach Deutschland kommen möchten, um in einem Start-up einzusteigen. Dies betrifft vor allem den Business-Development- und IT-Bereich. Die Unternehmensbereiche Einkauf und Redaktion sind da deutlich lokaler ausgerichtet.

Denken Sie, die Start-up-Mentalität ist wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur?

Ich denke, dass jeder unserer Mitarbeiter zumindest ein kleines "Unternehmer-Gen" besitzt, da jede Position ein enormes Maß an Verantwortung mit sich bringt und die Notwendigkeit, in bestimmten Situationen zu improvisieren und über Grenzen hinauszudenken. Wir haben eine Art Hands-on-Kultur, bei der eigenverantwortliches Handeln wichtig ist, aber auch Spaß bei der Arbeit und keine Angst vor Veränderungen.

Generell legen wir Wert auf eine lebhafte Unternehmens- und eine transparente Feedbackkultur. Wichtig ist uns, dass alle Mitarbeiter ihre Arbeit leben und Spaß daran haben. Sie genießen mehr Freiheiten, als das in großen Konzernen der Fall wäre. Abends wird dann auch gerne mal der Feierabend zusammen verbracht, zum Beispiel beim gemeinsamen Essen oder beim Sport. All das bringt viel positive Energie ins Unternehmen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

An wen wollen Sie sich grundsätzlich schwerpunktmäßig richten?

Um unsere Reichweite zukünftig zu erhöhen, wird unser nächster Schritt sein, unsere Retailer-Marke weiter auszubauen. Dabei wollen wir unsere Infrastruktur verbessern und unser Internet-Angebot noch attraktiver gestalten, um künftig noch mehr Hobbyköche und "Foodies" zu erreichen. Wachstum ist essenziell. Es sind einige zielgerichtete Print-Kampagnen geplant, und wir wollen mit voller Energie an das operative Geschäft gehen, um unsere Kunden glücklich zu machen.

Unsere Fragen wurden beantwortet von Marius Till Fritzsche
Dieser Artikel ist erschienen am 07.11.2014