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Eyeglass24
Quelle: Eyeglass24
Start Me Up | VERLAGSSPEZIAL

Eyeglass24 macht aus alten Brillen Neue

Eyeglass24
Geschäftsfeld / Branche: Online Augenoptik
Produkt: Brillengläser, Wiederverglasung von Brillen
Gründungsdatum: August 2012
Gründer: Jascha Chong Luna
Anzahl Mitarbeiter: 12
Adresse: St.-Martin-Straße 53-55, 81669 München
Web: www.eyeglass24.de
Jascha Chong Luna
Geschäftsführer der
Eyeglass24 GmbHQuelle: Eyeglass24
Das Start-up Eyeglass24 verbindet den jungen Wirtschaftsbereich, E-Commerce, mit etwas eher klassischem, alten: der Augenoptik. Es geht um das Thema Wiederverglasung von bewährten Brillengestellen.

Der Vorteil für Eyeglass24 gegenüber einem standortgebunden Optiker liegt auf der Hand: im Netz kann man Millionen potenzieller Kunden erreichen. Und wenn man diesen bei den Kosten für ihre Brillengläser eine deutliche Ersparnis in Aussicht stellt, bedarf es eigentlich nur noch eines gut aufgestellten SEO-Marketings, damit daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell wird.


Warum wartet die Welt auf Eyeglass24?

Mehr als 40 Millionen Deutsche tragen eine Brille. Uns ging es uns mit der Gründungsidee darum, Augenoptik – also Brillen und Kontaktlinsen – online zu bringen. Wettbewerber gab es schon, wie etwa Mister Spex und Brille 24, aber der komplette Teilmarkt 'Wiederverglasung' war noch gänzlich unbesetzt. Immerhin jeder dritte bis vierte Kunde lässt seine alte Brille mit neuen Gläsern versehen. Das ist unser Markteintritt, hier wollen wir die Nummer 1 sein.

Was kann Eyeglass24, was andere nicht können?

EYEGLASS24 ist der erste Online-Anbieter Deutschlands, der sich auf die Wiederverglasung von Brillen spezialisiert hat. Wir bedienen damit Kunden, die entweder neue Gläser für ein altes Brillengestell benötigen oder aber eine schöne neue Fassung gekauft haben, für welche nun erstmalig Gläser mit Sehstärke benötigt werden. Sowohl unser Service (u.a. 100 Tage Rückgaberecht) als auch die Produktauswahl sind dabei einzigartig. Wir bieten alles von polarisierenden Sonnenbrillengläsern mit Sehstärke über Premium-Gleitsichtgläser mit maximalem Sichtfeld.

Wer sind die Kunden von Eyeglass24?

Mit ihrem Gestell sind viele Brillenträger noch ganz zufrieden – wenn man sich schon mal daran gewöhnt hat und es gut sitzt. Aber wenn die Gläser verkratzt sind, oder die Augenwerte sich geändert haben, muss eine Lösung gefunden werden. Wer schon eine Brille besitzt, weiß, dass die Gläser meist ein großer Kostenfaktor an der vollständigen Brille sind.

Kunden kommen also auf uns zu, wenn sie einen konkreten 'Need' haben. Dabei sparen sie dann bis zu 60 Prozent bei hochwertigen Produkten wie Gleitsichtgläsern. Wenn das einmal gut funktioniert hat, merkt sich der Kunde das und kann beim nächsten Mal darauf zurückgreifen.

Was sind die kritischen Phasen der Unternehmensgründung?

Ich würde sagen, in der Gründungsphase muss man im Kleinen feststellen, ob die Idee funktioniert, und nach ein paar Monaten geht es dann um die Skalierung, d.h., was sich im Kleinen bewährt hat, muss größer aufgezogen werden. Hierfür war Risikokapital nötig, was bedeutet hat, dass das Team an der Idee weitergearbeitet hat und eine Person (in diesem Fall ich) für viele Monate damit beschäftigt ist, diesen Venture-Capital-Prozess zu begleiten. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Das Thema 'Bekanntheit aufbauen und etablieren' ist das zentrale Thema in unserer Entwicklung für die nächsten zwei Jahre, wobei es gilt, Umsatzsteigerung und Wachstum bei akzeptablen Kosten, vor allem im Bereich Marketing und Werbung, zu realisieren. Vor allem bei TV-Werbung, die ja vorwiegend in die Bekanntheit einzahlt, können sehr hohe Kosten anfallen.

Halten Sie eine Arbeitgebermarkenpositionierung für wichtig?

Das Thema Personal ist ein ganz wichtiges Thema, um das richtige Wachstum realisieren zu können. Dies gilt insbesondere für Start-ups. Hier ist es ganz entscheidend, von Anfang an die richtigen Leute an Bord zu haben. Zunächst natürlich die Entwickler, die ein Produkt zur Marktreife bringen können, aber anschließend auch die richtige Personaldecke, um das entstandene Potenzial abarbeiten zu können. Da muss es schon ein hundertprozentiges Matching geben. Fehlbesetzungen können hier sehr teuer werden und auch die Entwicklung des Unternehmens behindern, das ist sicher anders als in etablierten, größeren Unternehmen.

Ist Recruiting ein Thema für Sie? Gibt es eine entsprechende Strategie?

Recruiting ist ein essenzielles Thema. Gerade in der Wachstumsphase ist es wichtig, die richtigen Mitarbeiter von den Hochschulen nachzubekommen, diejenigen, die eine Begeisterung für Start-ups verspüren. Es gilt aber auch erfahrene Leute zu erreichen, die die erforderliche Methodenkompetenz mitbringen und beispielsweise schon Kontakte in die Branche haben.

Ist es in diesem Kontext hilfreich, sich als Start-up zu deklarieren?

Wir sind natürlich in der Gründerbranche und an Hochschulen in Kontakt und positionieren uns als Unternehmen und Arbeitgeber. So bin ich zum Beispiel an der FH Reutlingen, wo ich studiert habe, immer wieder mal im Gespräch mit Studierenden und stelle den Start-up-Gedanken vor.

Früher war es für jemanden mit einer ähnlichen Ausbildung wie meiner (Studium der internationalen Betriebswirtschaft und MBA) weniger vorstellbar, selbst zu gründen, sondern es folgte der Einstieg ins Investmentbanking, in eine Unternehmensberatung oder zu einem der Big Corporates, wie Nestlé, Siemens, & Co. Ich würde sagen, heute ist es eher en vogue, ein Start-up zu gründen!

Wir können nicht einen Markennamen mit einer Strahlkraft wie 'BMW' bieten. Wir suchen diejenigen, die sich genau fragen: "Was will ich eigentlich? Spannende Aufgaben umsetzen, eigene Themen einbringen!" Genau das können wir als Start-up bieten. Großunternehmen hingegen können das mitunter nicht so ohne weiteres.

Heute haben ca. 10-20 Prozent der abschlussnahen Studierenden diesen Mindset und sehen die Vorzüge einer kleineren Firma, finden es 'sexy', dort zu arbeiten.

Gibt es so etwas wie ein Klischee zu "Start-ups" und wofür steht es aus Ihrer Sicht?

Start-ups sind sicher nicht: "Immer nur gute Stimmung, Party machen, best Friends, tagelang kickern und abends noch zusammen feiern", das sind Klischees. Es muss viel inhaltlich und hart gearbeitet werden. Aber im Gegensatz zu Großunternehmen gibt es hier mehr Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten für diejenigen, die sich committen und etwas bewegen wollen.

Welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Faktoren für die nächste Entwicklung des Unternehmens? Was bedeutet Erfolg?

Die größte Herausforderung ist ein signifikantes Wachstum von mehreren 100 Prozent pro Jahr, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens – insbesondere eines Start-ups – ist in großem Maße auch einfach von Glück abhängig. Viele Faktoren kommen hier zusammen und der Grad der Einflussmöglichkeiten wird meiner Meinung nach überschätzt.

Man muss sich in diesem Zusammenhang fragen: Von welcher Definition sprechen wir hier, was ist Scheitern? Ich habe innerhalb der letzten zwei bis drei Jahren so viel gelernt, eine derartige Exposure erlebt und war auch emotional so eingebunden, dass ich das in jedem Fall als Bereicherung sehen würde. Und jeder Fehler in der Vergangenheit hilft mir in Bezug auf mein zukünftiges Handeln und kommt damit auch dem Unternehmen zugute, an welchem ich arbeite.

In der heutigen Gesellschaft ist diese positive Sicht auf "das Scheitern" und den Umgang mit Fehlern noch nicht so anerkannt, es gibt dieses große Sicherheitsbedürfnis. In den USA ist das anders, da gilt Scheitern als Entrepreneur nicht als Makel.

Wie wird Ihr Produkt in der Zukunft aussehen?

Wir werden weiterhin den vollen Fokus auf das legen, was wir am besten können: Alte und neue Fassungen der Kunden zum Top-Preis mit neuen Marken-Brillengläsern versehen und dabei einen herausragenden Service bieten.

Unsere Fragen wurden beantwortet von Jascha Chong Luna.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.10.2014