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Scondoo GmbH
Foto: Scondoo GmbH
Start Me Up | VERLAGSSPEZIAL

Cashback mit Scondoo

Scondoo
Geschäftsfeld / Branche: Marketing-Dienstleistungen / FMCG
Produkt: App-basiertes Tool für Cashback-Aktionen mit Fokus auf Produkte des täglichen Bedarfs
Gründungsdatum: Oktober 2012
Gründer: Nikolaus Hilgenfeldt, David Keuler, Sebastian Kurt
Anzahl Mitarbeiter: 10
Adresse: scondoo GmbH, Torstr. 164, 10115 Berlin
Web: www.scondoo.de
Nikolaus Hilgenfeldt,
Geschäftsführer
der scondoo GmbHFoto: Scondoo GmbH
Cashback-Angebote gibt es schon lange und auch zahlreich, aber, "beim täglichen Supermarkt-Einkauf bares Geld zurückbekommen" können – das ist neu.

Das Berliner Start-up "Scondoo" macht dies mit einer kostenlosen App möglich. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf den mobilen User: Cashback-Angebote von Markenherstellern der Konsumgüterbranche ('Promotions' oder 'Deals'), die handelsunabhängig genutzt werden können.

Die Plattform hilft damit den Markenherstellern, neue Kundenpotenziale zu erschließen. Der mobile Verbraucher, wiederum, kann die am Deal beteiligten Produkte kennen lernen und vom Cashback profitieren. Die Tatsache, dass das Angebot bei allen Handelsketten funktioniert, macht es attraktiv für ein großes Publikum: alle Smartphone-Nutzer, die gerne beim täglichen Einkauf sparen wollen.


Was ist die Gründungsidee Ihres Unternehmens, was ist das Besondere?

Wir sind der erste Anbieter von Cashback-Deals für Markenhersteller mit komplett handelsunabhängiger Mechanik.

Aus meiner früheren Erfahrung im Online-Umfeld entstand zunächst die Idee einer Verzahnung des Online- und Local Commerce-Bereichs für mobile Endnutzer. Das Ergebnis ist eine Smartphone-App, die ein mobiles Cashback-System für Fast Moving Consumer Goods, also Konsumgüter des täglichen Bedarfs, bereitstellt.

Wie funktioniert das?

Über die scondoo-App bekommt der User interessante Deals aus dem Einzelhandel vorgestellt und kann durch einfaches Abfotografieren seines Kassenbons 'Cashback ausgezahlt bekommen'. Dabei ist es egal, bei welchem Händler der Verbraucher das entsprechende Produkt einkauft, da keine direkten Kontakte zu den Händlern bestehen. Die Schnittstelle bildet alleine der Kassenbon, welcher maschinell erfasst und anschließend von unserem Processing-Team manuell geprüft wird. Ist eine bestimmte Summe erreicht, kann das gesammelte Guthaben per Überweisung oder Paypal auf das Konto des Users überwiesen werden.

Was sind kritische Phasen im Gründungsprozess?

Eine zentrale Herausforderung stellt in unserem Fall das bekannte "Henne-Ei-Problem" dar. Wie auf jedem Marktplatz ist auch unser Erfolg von zwei Seiten abhängig. Zum einen sind wir darauf angewiesen, dass unsere B2B-Partner das Inventar in Form von Produkt-Deals zur Verfügung stellen, zum anderen macht unser Geschäft nur dann Sinn, wenn unsere App-Nutzer die Cashback-Deals auch in Anspruch nehmen. Beide Seiten bedingen sich somit gegenseitig. So sollte stets dafür gesorgt werden, dass beide Seiten gleichermaßen bedient werden, was vor allem in der Anfangsphase viel Energie und Disziplin erfordert.

GeschäftsmodellDas Scondoo GeschäftsmodellFoto: Scondoo GmbH

Können Sie den jeweils essenziellen Nutzen Ihrer beiden Kundengruppen (B2B-Partner, App-User) etwas näher erläutern?

Grundsätzlich spart der App-User bares Geld bei seinem täglichen Einkauf. Zusätzlich kann er durch die wechselnden Deals laufend neue Marken und Produkte entdecken. Ein weiterer Nutzen besteht in einer Zusatzfunktion, mit deren Hilfe die User sich Produkte gegenseitig empfehlen können. Dies steigert die Attraktivität der App und lässt eine interne Community entstehen.

Den Herstellern bietet dieses Prinzip eine ganze Reihe von Vorteilen. Die Promotion-Aktionen funktionieren handelsübergreifend und damit auch handelsunabhängig, das bedeutet, der gesamte Abstimmungsprozess mit dem Handel entfällt. Dem Hersteller ermöglicht dieser Mechanismus, sich etwas vom Druck des Handels loszusagen.

Außerdem stellt unsere App für den Hersteller ein hervorragendes Tool dar, um Kunden Produkt-Samples zukommen zu lassen. Die einzelnen Kampagnen lassen sich zudem sehr gut messen und tracken. Die daraus resultierenden Daten, wie beispielsweise die Händlerpreise oder die Absatzhäufigkeit in den einzelnen Handelsunternehmen, sind sehr wertvoll für die Produkthersteller.

Ist Ihr Unternehmen bereits als Marke positioniert?

Ich würde sagen, dass wir uns in den Marketing-Abteilungen der Hersteller bereits einen Namen machen konnten. Darauf wollen wir aufbauen, weshalb unser Ziel schwerpunktmäßig darin liegt, zukünftig neue Markenhersteller als Kunden zu gewinnen. Auf der Konsumentenseite ist noch einiges an Potenzial zu erkennen, sodass wir uns in der kommenden Zeit natürlich auch noch fester auf dem Verbrauchermarkt etablieren möchten.

Halten Sie eine Arbeitgebermarkenpositionierung für wichtig?

Für eine echte Positionierung als Arbeitgeber ist es vielleicht noch etwas zu früh. Trotzdem ist uns bewusst, dass beispielsweise ein durchdachter Auftritt in sozialen Netzwerken und positive Bewertungen sehr wichtig für die Markenkommunikation sind. Neue Talente sind zwar immer ein Thema, aber momentan noch nicht schwerpunktmäßig im Fokus. Wir konnten allerdings schon neue Mitarbeiter durch Empfehlungen Anderer gewinnen. Auch gab es schon Bewerber, die bereits glückliche Nutzer der App waren und dadurch erst auf uns als Arbeitgeber aufmerksam geworden sind.

Scondoo-AppDie Scondoo-App im GebrauchFoto: Scondoo GmbH

Gibt es so etwas wie ein positives Klischee zu "Start-ups" – und wofür steht es aus Ihrer Sicht?

Da ich vor scondoo zwei Jahre in der Unternehmensberatung in einem Konzernumfeld tätig war, nehme ich die Besonderheiten des Arbeitsalltags innerhalb eines Startups im Kontrast sehr deutlich wahr. Es gibt generell weniger feste Strukturen und sichere Abläufe, sodass sich Dinge schneller umsetzen lassen – ständige Veränderung ist im Startup der Alltag und wird von allen Mitarbeitern gelebt, im Gegensatz zum Konzern, wo sich Veränderungen oft nur gegen Widerstände und mit externer Hilfe durchsetzen lassen.

Allerdings gibt es hinsichtlich der Unternehmenskultur auch große Unterschiede unter den Start-Ups. Da wir ein kleines, schlagkräftiges Team sind, setzen wir sehr stark auf Selbstverantwortung und Vertrauen, was sich auch sehr positiv in der Atmosphäre innerhalb des Teams widerspiegelt und oft zu besseren Ergebnissen führt.

Klassische Hierarchie-Strukturen mit klar festgelegten und unflexiblen Zuständigkeitsbereichen funktionieren heutzutage in kleinen und mittleren Unternehmen nicht mehr. Die Märkte und Aufgabenfelder sind hierfür einfach zu komplex geworden und es ist mehr und mehr notwendig, auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter setzen zu können.

Unsere Fragen wurden beantwortet von Nikolaus Hilgenfeldt.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.10.2014