Junge Karriere interviewt Oliver Schiller, der als Executive Director bei Goldman, Sachs & Co. arbeitet. Mit seinem MBA-Studium in den USA nahm seine Karriere Fahrt auf.
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Welche Schule?
University of Chicago - Graduate School of Business
1. Rückblickend betrachtet: Wo standen Sie job- / karrieremäßig, als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?
Vor dem MBA habe ich zwei Jahre in einer Management Beratung im Bereich Telekommunikation gearbeitet. Nach zwei bis drei Jahren gibt es im Consulting eine "Sollbruchstelle": Man kann entweder an Bord bleiben und direkt versuchen, Karriere zu machen oder man strebt eine Promotion oder einen MBA an und kommt später wieder in das alte Unternehmen in eine Associate-Position zurück. Ich wollte auf jeden Fall nochmals an die Universität. Eine Promotion kam für mich aufgrund mehrerer Faktoren nicht in Frage (Zeit, geringe Interaktivität, Beschränkung auf ein Thema). Aus diesem Grund habe ich mich für einen MBA entschieden.
2a. Hatten Sie vor / bei Antritt des MBA-Studiums eine klare Karriere-Perspektive?
Ich hatte definitiv vor, in die Beratung zurückzukehren. Aus diesem Grund hatte ich ein Angebot meines alten Arbeitgebers zur Finanzierung meiner MBA-Studiengebühren angenommen.
2b. Hat sich dies dann mit / nach dem MBA auch so entwickelt?
Während eines Graduate-Studiengangs in den USA bietet sich die Sommerpause nach den ersten beiden Semestern für ein Praktikum an. Um einen neuen Einblick zu gewinnen, wollte ich dieses nicht in meinem alten Job beziehungsweise bei meinem alten Arbeitgeber machen. Ich habe mich daher bei drei Investmentbanken für eine Summer-Associate Position beworben. Bei Goldman Sachs in Frankfurt hat es geklappt, und ich habe dort sehr spannende Monate verbracht. Nach dieser Zeit war relativ schnell klar, dass ich nicht mehr in die Beratung zurückkehren wollte, sondern bei Goldman Sachs anfangen würde.3. Hat sich der MBA job- / karrieremäßig gelohnt?
Ohne den MBA hätte ich wahrscheinlich nicht die Gelegenheit gehabt, Einblick in die Tätigkeit in einer Investmentbank zu gewinnen. Der Wechsel wäre dann wohl, wenn er überhaupt zustande gekommen wäre, nicht so einfach gewesen. Ich hätte schließlich nicht gewusst, was mich erwartet. Was die Inhalte des MBA angeht, hat es vor allem im Hinblick auf das in der reinen Praxis nur schwer zu erwerbende Fachwissen im Bereich Finance geholfen. Finance, das Spezialgebiet der University of Chicago, kam in meinem deutschen Studium wesentlich zu kurz (und die Behandlung war auch zu theoretisch).
4a. Wie haben Sie Ihr MBA-Studium finanziert?
Zunächst durch die Firma, bei der ich vor dem MBA tätig war. Als mir klar wurde, dass ich nicht mehr zurückkehren würde, habe ich die verbleibenden Kosten teils mit Mitteln, die ich während meiner vorherigen Tätigkeit gespart hatte, und teils mit Krediten finanziert. Darüber hinaus musste ich die bezahlten Studiengebühren an meinen alten Arbeitgeber zurückerstatten.
4b. Hat sich die Investition "ausgezahlt"?
Auf alle Fälle! Der Nutzen eines MBA ist aber auf keinen Fall rein monetär zu sehen. Ich wollte vor allem noch einmal in einem anderen Sprachraum studieren und neue Menschen kennenlernen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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