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Studium

3. Teil: Maschinenbau, Ingenieurwesen, Informatik

A. Himmelrath, B. Mersch
Ingenieure und Informatiker können sich die Jobs aussuchen. Die Absolventen der Elite-Unis kommen besonders gut an.
Foto: © Junge Karriere
Im vergangenen Oktober zitterten viele Universitätsrektoren in Deutschland, als in Bonn die Ergebnisse des Exzellenzwettbewerbs verkündet wurden. Da entschied sich, welche Hochschule den renommierten Titel "Elite-Universität" tragen darf.Insgesamt neun Universitäten haben die Auszeichnung ergattert, darunter die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen. In der ersten Runde des Elite-Wettbewerbs waren bereits die beiden Unis in München und die Universität Karlsruhe ausgezeichnet worden. Neben dem Prestigegewinn profitieren sie auch in finanzieller Hinsicht: Fünf Jahre lang bekommen sie pro Jahr rund 13 Millionen Euro von Bund und Ländern.Der Titel überzeugt offenbar auch Personaler. Im Junge-Karriere-Ranking schnitten die Elite-Unis Aachen, Karlsruhe und die TU München besonders gut ab. Im Fach Maschinenbau machte Aachen das Rennen. 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass hier die besten Absolventen ausgebildet werden. Die Uni Karlsruhe folgt mit 44 Prozent auf dem zweiten Platz, die TU München auf dem dritten (41,3 Prozent). In der Elektrotechnik haben die Personaler ähnlich entschieden. Und auch in der Informatik machten die drei Elite-Unis das Rennen unter sich aus. Karlsruhe liegt hier mit 54,8 Prozent klar an der Spitze. In den Ingenieurwissenschaften liegt die Universität Karlsruhe mit 53,1 Prozent ebenfalls deutlich vorne. Darmstadt folgt mit 35,9 Prozent der Nennungen auf dem zweiten, die Technische Universität Berlin mit Abstand auf dem dritten Platz (9,5 Prozent). Viel Lob also für die Universität Karlsruhe, die zurzeit viele Erfolge für sich verbuchen kann.

Die besten Jobs von allen

Die Universität ergatterte den begehrten Titel "Elite-Uni" für das "Karlsruher Institut für Technologie", das gemeinsam mit dem Forschungszentrum Karlsruhe ins Leben gerufen wurde, um in der Wissenschaft neue Wege zu gehen. Das Geld aus der Exzellenzinitiative fließt zwar in Forschungsprojekte - doch auch die Studenten profitieren von dem Karlsruher Erfolg: "Wir integrieren die Wissenschaftler aus dem Forschungszentrum auch in die Lehre", sagt Jürgen Becker, Prorektor für Studium und Lehre an der Uni Karlsruhe, "auf diese Weise gelingt es uns, den Studenten die neuesten Forschungsergebnisse zu präsentieren." Ein Teil des Geldes aus der Exzellenzinitiative wird auch verwendet, um neue Lehrstühle einzurichten. Einen innovativen Weg gehen die Karlsruher mit den so genannten "Shared Professorships", die gemeinsam mit der Industrie entstehen. Die Finanzierung übernehmen beide Seiten zu gleichen Teilen - und auch die Professoren arbeiten je zur Hälfte in der Industrie und am Institut.
Foto: © Junge Karriere
Die Studenten profitieren von diesen Kooperationen. Als studentische Hilfskraft bekam Christoph Schmutzler, der sich auf Informationstechnik spezialisiert, engen Kontakt zum IT-Unternehmen Xilinx mit Sitzen in Kalifornien und Irland. Im vergangenen Jahr absolvierte er für mehrere Monate ein Praktikum in der Niederlassung in Dublin, wo er eigene Programmierarbeiten übernehmen konnte: "Dadurch bekomme ich schon früh eine Idee davon, welcher Berufszweig zu mir passen könnte", sagt Schmutzler. Trotzdem ist der 24-Jährige froh, an einer Universität zu studieren. So kann er sich noch offenhalten, ob er nach dem Studium eine Stelle sucht oder eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebt.