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Studium

1. Teil: Gute Zeiten für BWL und VWL

A. Himmelrath, B. Mersch
Die Personalverantwortlichen sind sich einig: Die Jobaussichten für Wirtschaftswissenschaftler sind gut. Bei den Universitäten und Fachhochschulen sehen sie klare Spitzenreiter.
Top-Uni BWLFoto: © Junge Karriere
Mannheim, Bonn, Reutlingen - das sind in diesem Jahr bei den Personalern die Gewinner in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen. Und zwar jeweils mit bemerkenswertem Abstand: Die Mannheimer BWL-Fakultät kommt auf 57,8 Prozent der Nennungen vor der Uni Köln (33,0 Prozent), die Bonner VWLer kommen auf 66,8 Prozent ebenfalls vor Köln (37,6 Prozent), und die Betriebswirtschaftler der Hochschule Reutlingen verbuchen 46,8 Prozent Nennungen für sich - vor der FH Münster, die mit 16,5 Prozent auf den zweiten Platz kommt. Drei klare Top-Fakultäten, bei denen die Freude riesig ist: "Das bestätigt natürlich unser Konzept", sagt Verena Werdich, Leiterin des Career Centers an der European School of Business (ESB). So nennt sich die eine der beiden wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der FH Reutlingen - die andere ist die School of International Business (SIB), die ebenfalls ihren Anteil am Erfolg der Reutlinger Betriebswirtschaft hat.Die beiden Namen deuten schon an, auf was es den Reutlinger Betriebswirtschaftlern ankommt: "Internationalität, Teamgeist und Persönlichkeitsbildung" bezeichnet ESB-Dekan Ottmar Schneck als die wichtigsten Säulen der Ausbildung: Ein Job im internationalen Management sei "eine verantwortliche Tätigkeit, auf die wir auch jenseits des rein Betriebswirtschaftlichen sehr gut vorbereiten" - ein umfassender Qualitätsanspruch, der im Ranking auch von knapp jedem zweiten Personalverantwortlichen geteilt wird. Reutlingen konnte damit den Spitzenplatz aus dem vergangenen Jahr behaupten.

Die besten Jobs von allen

Das ist bei den International-Management-Studies der ESB vielleicht auch kein Wunder: Durch Kooperationen mit Universitäten in Mexiko, USA, England, Frankreich, Irland, Italien und Spanien ist Internationalität garantiert, schließlich sind die Reutlinger Studenten während der vierjährigen Bachelor-Ausbildung volle zwei Jahre an einer der Partner-Unis jenseits der Grenzen und absolvieren dort auch ein Praktikum. Ganz nebenbei, sagt Verena Werdich, hätten die Absolventen zu dem deutschen auch noch ein internationales Examen in der Tasche: "Wir sind in der glücklichen Situation, dass sich unsere ESB-Studenten leicht in den Beruf vermitteln lassen", sagt Werdich. Derzeit werde das Career Center regelrecht mit Unternehmensanfragen überschüttet: "Die Qualität hat sich offenbar herumgesprochen", so Werdich.
Foto: © Junge Karriere
Die Reutlinger ESB profitiert dabei von einer Strategie, die andere Hochschulen im Zuge des Bologna-Prozesses erst noch lernen müssen: Profilbildung. Die dahinterstehende Idee ist einfach. Mit einem deutlichen Konzept und klar definierten Kompetenzen lassen sich gute Absolventen ausbilden - ein Imagegewinn, der sich bei den Personalern niederschlägt. Das haben auch die Unis Mannheim und Bonn erkannt: So punktet Bonn etwa mit einer deutlichen mathematisch-quantitativen Ausrichtung und dem Versprechen einer sehr grundlegenden, forschungsnahen Ausbildung seiner Volkswirte - und das immer mit Blick auf Europa. "Der Bologna-Prozess bereitet uns dabei keine Probleme, weil wir schon im Diplom-Studiengang auf eine modularisierte Struktur gesetzt hatten", sagt Birgit von Seggern, Referentin am Bonner Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften: "Das war bei der Bachelor-Master-Umstellung ein Startvorteil für uns."