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Zwischen billig und luxuriös

82 erfand der Apotheker Paul Carl Beiersdorf sein erstes Pflaster. Er gründete ein Unternehmen, verkaufte es aber bald an einen Kollegen, der Nivea auf den Markt brachte. Zu Beginn des ersten Weltkriegs hatte Beiersdorf bereits Filialen in New York, Buenos Aires, Moskau und Sydney eröffnet.
1882 erfand der Apotheker Paul Carl Beiersdorf sein erstes Pflaster. Er gründete ein Unternehmen, verkaufte es aber bald an einen Kollegen, der Nivea auf den Markt brachte. Zu Beginn des ersten Weltkriegs hatte Beiersdorf bereits Filialen in New York, Buenos Aires, Moskau und Sydney eröffnet.Internationalität ist auch heute ein Ziel, das Beiersdorf für seine Marken anstrebt. Fast drei Viertel des Umsatzes wurden im vergangenen Halbjahr im Ausland erzielt ? Tendenz steigend.

Die besten Jobs von allen

Beiersdorf stand bisher auf drei Säulen: ?Cosmed? mit Nivea, Labello, 8x4 oder Juvena; ?Medical? mit Hansaplast, Leukoplast oder Eucerin; ?Tesa?, das als Abfallprodukt bei der Pflasterforschung entstand, kam 1935 als Marke und Sparte hinzu.Viele Marken wurden im Laufe der Jahre kreiert ? heute heißt der Trend der Branche Konzentration auf die Kernmarken. Konsumgüterhersteller wie Procter & Gamble trennen sich von allem, was nicht zur Kernkompetenz gehört. Unilever will von ursprünglich 1.600 auf 400 Marken reduzieren.Die Zukunft der Beiersdorf AG sieht nicht ausschließlich rosig aus. Der Gesamtmarkt für Körperpflege und Kosmetik stagniert. Und er polarisiert sich in Anbieter preisgünstiger Handelsmarken und teurer Luxusmarken. Nivea liegt genau in der Mitte.Analysten und Anlagemagazine munkeln, dass der Beiersdorf-Konzern nächstes Jahr in Schwierigkeiten geraten könnte. Ab dann müssen Unternehmen die Gewinne von Beteiligungsveräußerungen nicht mehr versteuern. Der Großaktionär Allianz, der knapp 38 Prozent der Beiersdorf-Anteile hält, dementiert Verkaufspläne. Diese werden auch immer mal wieder dem Kaffeeröster Tchibo (knapp 26 Prozent) nachgesagt. Lediglich von der öffentlichkeitsscheuen Hamburger Kaufmannsfamilie Claussen, die mit vermutlich 17 Prozent im Boot sitzt, sind keine Gerüchte zu hören.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.10.2001