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Zweiter Mann in Chefetage verlässt Merrill Lynch

Der plötzliche Abgang von Thomas H. Patrick stärkt die Macht von Merrill-Lynch-Chef E. Stanley O'Neal. Patrick ist überraschend in den Ruhestand gegangen.
HB/dpa NEW YORK. Patrick hatte die radikalen Kostensenkungsaktionen von Merrill Lynch während der vergangenen drei Jahre ausgeklügelt. Der plötzliche Abgang stärke die Macht von Merrill-Lynch-Chef E. Stanley O'Neal noch mehr. Dieser hatte sich nach Angaben der Zeitung hinter den Kulissen auf die Unterstützung Patricks im Verwaltungsrat gestützt als er im vergangenen Jahr die Nachfolge von David H. Komansky angetreten hatte.Die Entscheidung des 60-Jährigen, in den Ruhestand zu gehen, komme zu einem Zeitpunkt an dem das Kostensenkungsprogramm Früchte zu tragen beginne. Merrill Lynch habe in den vergangenen drei Jahren 22 000 Stellen gestrichen sowie Geschäfte in Japan und Kanada abgestoßen. Der Merrill-Aktienkurs sei seit März um 69 % gestiegen.

Die besten Jobs von allen

Merrill Lynch hat im zweiten Quartal 2003 dank eines glänzenden Anleihegeschäfts und solider Ergebnisse in anderen Bereichen einen Gewinn von einer Milliarde Dollar (885 Mill. Euro) verbucht. Das entsprach einem Gewinnanstieg von 61 % gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit. Es war das zweitbeste Quartalsergebnis, das Merrill je verbucht hatte.
Dieser Artikel ist erschienen am 30.07.2003