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Zwei Neue für den Dresdner-Vorstand

Von Christian Potthoff und Nicole Walter, Handelsblatt
Der neue Chef Herbert Walter drückt, zwei Monate nach seiner Ernennung, der Bank auch personalpolitisch seinen Stempel auf. Der für Risikomanagement zuständige Vorstand Heinrich Linz wechselt zur Allianz.
Herbert Walter, Vostandschef der Dresdener Bank
FRAMKFURT. Walter holt sich gleich zwei neue Leute an Bord, den früheren Deutsch-Banker Otto Steinmetz und Thomas Naumann von der Commerzbank. Den Vorstandsposten von Linz übernimmt Steinmetz, der bis 1999 bei der Deutschen für das Kreditrisikomanagement verantwortlich war, bevor er die Bank im Streit verließ. In Finanzkreisen heißt es, Walter habe sich einen ausgewiesenen Kreditexperten gewünscht, weil hier die größten Risiken der Bank lägen.Naumann soll als Generalbevollmächtigter an der Schnittstelle zwischen Finanzvorstand Klaus Rosenfeld und dem Chef der bankeigenen Kreditwerkstatt IRU, Jan Kvarnström, arbeiten. Der erst 36-jährige Naumann hat den Ruf als hervorragender Bilanzexperte und galt bisher als die Nummer zwei unter Commerzbank-Finanzvorstand Freiherr Axel von Ruedorffer.

Die besten Jobs von allen

Vorstandschef Walter führt mit dem Wechsel das fort, was unter seinem Vorgänger, Bernd Fahrholz, schon begonnen hatte: der Austausch nahezu der gesamten Führungsmannschaft der defizitären Bank. Bereits im September war Leonhard Fischer nach strategischen Differenzen mit Fahrholz aus dem Vorstand ausgeschieden. Ende November waren IT-Vorstand Klaus Michael Geiger und Ende des Jahres Asset-Management-Vorstand Joachim Mädler gegangen. Im März wurde bekannt, dass Personalvorstand Horst Müller im kommenden Jahr durch Wulf Meier ersetzt wird. Meier kommt wie der neue IT-Mann Friedrich Wöbking von der Allianz.Schließlich wurden im März dieses Jahres Karl Ralf Jung und Andrew Pisker in den Vorstand berufen, die für das Firmenkundengeschäft beziehungsweise die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein verantwortlich sind.In Kreisen der Dresdner wird aufmerksam registriert, dass der 45-jährige Linz den Konzern nicht verlässt, sondern zur Muttergesellschaft wechselt. Dies wird als Zeichen dafür gesehen, dass der ?Know-how?-Austausch in beide Richtungen funktionieren kann.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.05.2003