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Zwei Drittel würden bei kirchlichen Unternehmen arbeiten

Der Wunsch nach bleibenden Werten, Orientierung und Sicherheit spielt bei der Wahl des Arbeitgebers eine immer wichtigere Rolle. Zwei Drittel der jungen Berufstätigen können sich laut einer aktuellen Online-Umfrage des Job- und Wirtschaftsmagazins karriere gut vorstellen, für ein kirchliches Unternehmen zu arbeiten.
Der Wunsch nach bleibenden Werten, Orientierung und Sicherheit spielt bei der Wahl des Arbeitgebers eine immer wichtigere Rolle. Zwei Drittel der jungen Berufstätigen können sich laut einer aktuellen Online-Umfrage des Job- und Wirtschaftsmagazins karriere gut vorstellen, für ein kirchliches Unternehmen zu arbeiten.Als Begründung nennen gut 30 Prozent der Befragten, dass ihnen Werte im Job wichtig sind. Mehr als ein Drittel (36 %) würden für den Arbeitgeber Kirche tätig werden, wenn die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen stimmen. Gegen einen Job in kirchlichen Einrichtungen sprechen sich insgesamt 31 Prozent der Umfrageteilnehmer aus, weil sie entweder keiner Kirche angehören oder be­fürchten, dass ihr Privatleben vom Arbeitgeber kontrolliert würde.

Die besten Jobs von allen

Mit mehr als 1,2 Millionen Beschäftigten ist die Kirche der größte Arbeitgeber Deutschlands nach dem Staat. Zum Vergleich: Post, Bahn und Telekom bringen es zusammen auf rund 880.00 Mitarbeiter. Wer bei Kirchenangestellten nur an Pfarrer, Küster und Kindergärtnerinnen denkt, liegt falsch. Junge Akademiker sind bei geist­lichen Arbeitgebern besonders bunt vertreten, berichtet karriere in seiner am 29. Juli erscheinenden Ausgabe.Auch Filmproduzenten, Bankdirektoren, Touristikmanager und IT-Controller arbeiten im Auftrag der Kirche. Denn die unterhält in Deutschland nicht nur Pflegeheime, Seniorenstifte und Krankenhäuser. Ihr gehören auch Großverlage wie Weltbild, Zeitungen wie der Rheinische Merkur, Radiosender wie Radio Paradiso und Domradio, Nachrichtenagenturen (Evangelischer Pressedienst epd, Katholische Nachrichtenagentur KNA) und Filmstudios wie die bundesweit vertretene Tellux-Gruppe. Hinzu kommen Banken und Versicherungen wie die Bruderhilfe in Kassel, die Kölner Pax-Bank oder die Evangelische Darlehensgenossenschaft in Kiel sowie IT-Dienstleister und Beratungsgesellschaften, Hochschulen und Forschungsinstitute.Auch für Volks- und Betriebswirte sind kirchliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kindergärten, Pflegeheime und Sozialstationen inzwischen ein attraktives Berufsfeld geworden. ?Gerade für Ökonomen bietet der Wachstumsmarkt Soziale Dienstleis­tungen einmalige Berufschancen?, erklärt Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln gegenüber karriere. Mit einem geschätzten Anteil von 70 Prozent, rund 39 Milliarden Euro, sei die Kirche heute die dominierende Größe in diesem Markt.Die August-Ausgabe von karriere erscheint am 29. Juli 2005.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.07.2005