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Zückerchen für Zugvögel

Ulrike Heitze
Deutsche Unternehmen beglücken ihre Manager im Auslandseinsatz mit diversen Zulagen und Prämien. Deren Höhe und Zusammensetzung variiert erheblich. Das stellt die Kienbaum-Unternehmensberatung in ihrer Studie ?Vergütung und Einsatzbedingungen von Expatriates 2000" fest.
Deutsche Unternehmen beglücken ihre Manager im Auslandseinsatz mit diversen Zulagen und Prämien. Deren Höhe und Zusammensetzung variiert erheblich. Das stellt die Kienbaum-Unternehmensberatung in ihrer Studie ?Vergütung und Einsatzbedingungen von Expatriates 2000“ fest.

Danach orientieren sich 62 Prozent der 118 befragten Unternehmen bei der Bezahlung ihrer entsandten Mitarbeiter am Heimatmarkt, nur 16 Prozent am Gehaltsniveau des Einsatzlandes. Knapp 20 Prozent berechnen beide Varianten und wählen den für den Expat lohnenderen Ansatz.

Die besten Jobs von allen


Weil sich die Lebenshaltungskosten je nach Einsatzgebiet erheblich von denen zu Hause unterscheiden – in Japan kommt man locker auf das Doppelte –, kommen in die Vergütungspakete neben dem Grundgehalt und den auch hierzulande gezahlten variablen Boni und Prämien auch noch auslandsspezifische Sonderzahlungen wie Erschwernis-, Wohnkosten- oder Schulgeldzulagen.

70 Prozent aller befragten Unternehmen belohnen ihre Expats mit einer Auslandsprämie. Sie reicht von mageren fünf bis zu satten 80 Prozent des monatlichen Grundgehalts. Bei Pauschalen sind zwischen 5.000 und 13.000 Euro drin. Diese Abwesenheitsversüßer haben für die Unternehmen den Vorteil, dass sie nach dem Auslandsaufenthalt wieder gestrichen werden können und sich der Ex-Expat wieder ins normale Gehaltsgefüge einreihen lässt.

Für die Zukunft rechnet Bernd Kuhnert, Projektleiter für die Expat-Studie bei Kienbaum, mit schmaleren Auslandsprämien bei Einsätzen in Westeuropa. Dann werden nur noch die höheren Lebenshaltungskosten ausgeglichen werden. Doch diese Vergütungspraxis gibt es erst in wenigen Unternehmen.

Noch sind Auslandsbonbons die Regel: Ein in den USA eingesetzter Mitarbeiter im mittleren Management bezieht im Schnitt ein Jahresgrundgehalt von 71.000 Euro. Inklusive variabler Bezüge und Zulagen kommt er auf 100.000 Euro. Übertroffen wird dies nur bei einem Einsatz in Asien: Aus 72.000 Euro Grund- werden 105.000 Euro Gesamtgehalt. (West-) Europa-Aufenthalte bringen im mittleren Management durchschnittlich 91.000 Euro.

Für einen in die USA versetzten Spezialisten sind im Schnitt insgesamt 75.000 Euro drin. In Asien kommt er auf 81.000 Euro und in Westeuropa auf 67.000 Euro. In Osteuropa fallen die Zulagen am geringsten aus – nicht zuletzt wegen der niedrigen Lebenshaltungskosten.

Den vollständigen Bericht gibt es für 1.900 Mark bei: Kienbaum Management Consultants, Tel.: 0 22 61/7 03-2 00, Internet: www.kienbaum.de.
Dieser Artikel ist erschienen am 16.06.2001