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Zu guter Letzt

Wer zwei Alternativtermine für ein Vorstellungsgespräch angeboten bekommt, sollte auf jeden Fall den späteren wählen. Denn in Wettbewerben schneiden die späteren Kandidaten tendenziell besser ab als die frühen. Das hat die Psychologin Wändi Bruine de Bruin von der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh herausgefunden. Sie analysierte die Jurybewertungen bei Eiskunstlaufmeisterschaften und dem Eurovision Song Contest und stellte fest, dass die Jurys bessere Noten vergeben, je weiter der Wettbewerb fortschreitet.

Dieser Effekt ist unabhängig davon, ob die Noten nach jedem einzelnen Auftritt oder erst am Ende vergeben werden. Die Ergebnisse lassen sich auch auf Bewerbungssituationen übertragen. Wenn alle Wettbewerbsteilnehmer von ähnlich hoher Qualität sind, dann fallen schon kleine Sonderpunkte ins Gewicht. ?Man fragt sich etwa, ob der vorige Kandidat auch so ein nettes Extra zu bieten hatte?, so Bruine de Bruin.
Dieser Artikel ist erschienen am 08.04.2005