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Zeitdruck

Er entsteht immer dann, wenn absehbar ist, dass für die Dinge, die man sich vorgenommen hat oder erledigen muss, nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Im Berufsleben ist Zeitdruck damit der Normalfall, außer vielleicht in so besinnlichen Berufen wie Schäfer oder Poet.
Er entsteht immer dann, wenn absehbar ist, dass für die Dinge, die man sich vorgenommen hat oder erledigen muss, nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Im Berufsleben ist Zeitdruck damit der Normalfall, außer vielleicht in so besinnlichen Berufen wie Schäfer oder Poet. Alle anderen haben es grundsätzlich immer mehr oder weniger eilig.Ständiger Zeitdruck am Arbeitsplatz führt zu Ungeduld, Hektik und Stress - und damit letztlich zu Fehlern, Pannen und Fettnäpfen. Nicht gerade angenehme Folgeerscheinungen. Und eigentlich obendrein ziemlich ärgerlich, wenn man bedenkt, dass Zeitdruck zu einem nicht unbedeutenden Teil ein selbst gemachtes Problem ist. Denn er entsteht häufig erst dadurch, dass man eine lästige Angelegenheit immer wieder unbearbeitet auf Wiedervorlage legt und dann im letzten Moment richtig ins Rotieren kommt. Oder dass man sich mit einer Entscheidung, ohne die viele weitere Arbeitsschritte gar nicht erst in Angriff genommen werden können, viel zu lange Zeit lässt. Auch Workaholics und Perfektionisten mit ihrem Hang dazu, sich noch um das letzte Detail höchstpersönlich zu kümmern, sind für Zeitdruck in erster Linie selbst verantwortlich.

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Wenn andere im Zeitdruck sind, ist das meistens unübersehbar: Sie halten Blickkontakt mit ihrer Uhr anstatt mit ihrem Gesprächspartner, sie sind unkonzentriert und nicht in der Lage, anderen zuzuhören. Das ist zwar alles nicht gerade höflich, aber immerhin ein klares Signal. Es bedeutet für Sie: Geben Sie's auf. Verschieben Sie auf später, was Sie besprechen wollten. Denn hier und heute kommen Sie garantiert nicht weiter.Eigener Zeitdruck ist zwar nicht auszuschließen. Ihn aber offen zu zeigen, wie das vielleicht andere tun (siehe oben), gilt als Zeichen von mangelndem Benehmen und ist auf Dauer ausgesprochen schlecht fürs Image. Wer unter Zeitdruck trotzdem wie unter Zwang ständig wissen will, wie spät es ist, sollte wenigstens auf die Uhr seines Gegenüber starren anstatt auf die eigene. Das fällt weniger auf. Wesentlich klüger ist es jedoch, in Gesprächen gleich zu Beginn mit freundlichen Worten einen Zeitrahmen abzustecken. Innerhalb dieser selbst gesteckten Grenzen sollten Sie sich dann allerdings erkennbare Mühe geben, an der Unterhaltung auch mit konzentrierter Aufmerksamkeit teilzunehmen.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.05.2004