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Zähe Deka-Dame will hoch hinauf

Von Ingo Narat
Birgit Eichhorn möchte die Deka-Tochter "FundMaster" als Geschäftsführerin weit nach vorne bringen. Vor der harten Konkurrenz auf dem Markt hat die passionierte Bergsteigerin keine Angst.
HB FRANKFURT. So sieht also eine Sparkassen-Frau aus, die Insider als ?tough? beschreiben. Klein, schlank und drahtig, gekleidet in ein beigefarbenes Kostüm. Der Small Talk mit Birgit Eichhorn zieht sich hin, denn noch vor dem geschäftlichen Teil des Gespräches outet sie sich als professionelle Bergsteigerin.Mit dem Kraxeln auf höchste Spitzen könnte sie ihr Geld verdienen ? aber sie hat sich anders entschieden. Den monatlichen Gehaltsscheck stellt ihr die Dekabank aus. Als Geschäftsführerin der Tochterfirma ?Deka FundMaster? mit über 190 Mitarbeitern will Eichhorn die noch junge Fondsadministration der Sparkassenorganisation nach vorne bringen.

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Die 40-Jährige steuert die reine Verwaltung von Fonds. Es geht vor allem um buchhalterischen Service. Europaweit kommt Eichhorns Einheit auf interne Dienstleistungen für über 1 100 Fonds mit einem Volumen von 110 Mrd. Euro.Der spannende Wachstumsmarkt liegt allerdings bei institutionellen Investoren, die ihre über viele Asset-Manager verteilten Fonds unter einem organisatorischen Dach bündeln wollen ? das ist übersichtlicher. Ein solches Dach ? Experten verwenden das sperrige Kürzel Master-KAG ? bieten rund 15 Anlagegesellschaften in Deutschland. Hier ist die Deka bislang eine kleine Nummer, nur mit rund einer Milliarde Euro im Rennen. Doch die gebürtige Münchnerin hat große Pläne: ?Bis zum Jahr 2008 wollen wir bei zehn Milliarden sein.?Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Plan klingt ambitioniert, doch Eichhorn könnte es schaffen.Das ist ambitioniert. Aber Eichhorn könnte es schaffen. Ein zwölfseitiger Lebenslauf illustriert ihren Einsatzwillen. Auch auf den Gipfeln macht ihr kaum jemand etwas vor. Sie bestieg den höchsten aktiven Vulkan, den fast 6 000 Meter hohen Cotopaxi in Ecuador. Und den berüchtigten K2 in Pakistan hätte sie fast geschafft: ?Aber auf 7000 Metern mussten wir bei minus 20 Grad und Sturm abbrechen.?Im Geschäft kommt es für Eichhorn darauf an, möglichst viel Geld einsammeln. In ihrem margenschwachen Geschäftsfeld kassiert sie nur 0,003 bis 0,007 Prozent des administrierten Vermögen ? da braucht man hohe Summen, um auf seine Kosten zu kommen. Den Konkurrenten geht es genauso, von den hohen Investitionen in Informationstechnologie ganz abgesehen. Deshalb glaubt die Deka-Dame: ?Die Hälfte der Wettbewerber wird es in einigen Jahren nicht mehr geben.?Eichhorn ist optimistisch, dass das Kraxeln und die hohe Arbeitsbelastung vereinbar bleiben. Gerade kehrte sie von einem Trip aus China und Tibet zurück. ?Die früheren Dekabank-Vorstände hatten keine Probleme damit?, sagt sie augenzwinkernd. Daran muss sich unter den Nachfolgern Was und Behrens, die ihre Posten zu Jahresbeginn antreten, ja nichts ändern.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.11.2005