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Witten-Herdecke drohen saftige Studiengebühren

"Uns fehlen im laufenden Jahr eine Million Euro bei einem Gesamtetat von 28 Millionen", bestätigte Hochschul-Chef Konrad Schily gegenüber Junge Karriere (Verlagsgruppe Handelsblatt). Bis Jahresende soll das Finanzloch aber gestopft sein. Denn Schily verordnet Sparen - betriebsbedingte Kündigungen inklusive. Zwei wirtschaftswissenschaftliche Lehrstühle der Pionier-Privathochschule à 150.000 Euro im Jahr wackeln. Nun will man neue Geldquellen anzapfen: Die Medizin-Fakultät soll mehr Auftragsforschung machen. Die ersten Dozenten dienen sich Unternehmen schon als Management-Berater an.

Der Energiekonzern BP spendiert der Privat-Uni zwar noch 300.000 Euro, 50.000 Euro kommen vom Märkischen Arbeitgeberverband. Doch schon ziehen neue Wolken über der Kaderschmiede auf: Der Stifterverband der deutschen Wirtschaft attestierte der Hochschule mangelhafte Finanzpolitik. Weder der öffentliche noch der private Finanzierungsanteil seien gesichert. Das Land NRW kürzt seinen Jahreszuschuss von 4,8 Millionen Euro bis 2006 auf 3,6 Millionen. Die Bertelsmann-Stiftung, einer der größten Privatsponsoren, dreht nächstes Jahr den Geldhahn zu. Dann fehlen jährlich 1,8 Millionen Euro. Ersatz hat die Uni noch nicht. Oder doch: Studenten, zur Kasse, bitte!
Dieser Artikel ist erschienen am 24.03.2003