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Wie sag ich's meinen Eltern?

Wenn's ums Erbe geht, sehen viele Eltern rot, und kaum ein Sprössling mag das Thema von sich aus anschneiden. Sollte er aber. Nur wer vorausschauend plant, kann den Familienfrieden sichern und das Vermögen zusammenhalten.
Wenn's ums Erbe geht, sehen viele Eltern rot, und kaum ein Sprössling mag das Thema von sich aus anschneiden. Sollte er aber. Nur wer vorausschauend plant, kann den Familienfrieden sichern und das Vermögen zusammenhalten. 2.200.000.000.000 Euro wandern im kommenden Jahrzehnt von einer Generation zur anderen. Jeder zweite deutsche Haushalt wird erben. Karriere zeigt, welche Bedenken Eltern quälen und welche Tipps Psychologen und Anwälte geben, wie Kinder im Gespräch damit umgehen können."Sag mal, Vati, hast du eigentlich schon dein Testament gemacht?" Eine harmlose Frage mit Sprengkraft. Denn Sekunden später laufen im elterlichen Kopfkino Bilder der eigenen Beerdigung und von Geld verprassenden Sprösslingen im Lamborghini ab. Vielleicht schon deshalb stellen Kinder ihren Eltern diese Frage selten - zu selten.

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"Es herrscht eine regelrechte Testamentsphobie", stellt Dr. Klaus Michael Groll, Rechtsanwalt für Erbschaftsfragen und Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht fest. Weniger als ein Drittel der Deutschen hat eine letztwillige Verfügung getroffen. Diese Nachlässigkeit produziert Konflikte en masse: Kinder streiten bis aufs Blut mit dem hinterbliebenen Elternteil, Geschwister werden sich spinnefeind. Laut einer Emnid-Umfrage endet jeder vierte Erbfall im deftigen Streit.Darüber hinaus wird nicht selten das Familienvermögen gerupft: Jeder dritte Erbe zahlt Erbschaftsteuer, so eine Studie der Unternehmensberatung BBE, im Schnitt 10.000 Euro. Rund die Hälfte dieses Steueraufkommens, 1,5 Milliarden Euro jährlich, ließe sich durch gute Planung vermeiden.Die Zeit dazu drängt allerdings: Eine gravierende Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer steht ins Haus. 2005 entscheidet das Bundesverfassungsgericht über zwei Fälle, bei denen die Bevorzugung von Immobilien- und Betriebsvermögen auf dem Prüfstand steht. Gleichzeitig wurden bei der Regierung neue Gesetze angemahnt, die für 2006 erwartet werden. "Von der Anhebung bei der Immobilienbewertung über höhere Steuersätze oder niedrigere Freibeträge bei Betriebsvermögen - zurzeit wird viel diskutiert", stellt Christian Harreiner, Direktor Vermögensmanagement bei der Delbrück Bethmann Maffei Bank, fest. "Aber auch wenn noch nichts feststeht, ist damit zu rechnen, dass die Veränderungen kaum positiv ausfallen werden."Grund genug, in der verbleibenden Zeit ernsthaft über einen vorausschauenden Vermögenstransfer nachzudenken. Immerhin 70 Prozent der Deutschen sind laut Emnid bereit, Vermögen vorab auf Nachkommen zu übertragen, um Steuern zu sparen. Drei Viertel möchten geregelte Verhältnisse hinterlassen. Deshalb sollten Kinder in den sauren Apfel beißen und im Sinne des Familienfriedens das Tabu-Thema Erbe ansprechen. Die gute Nachricht: Die Bedenken, die viele Eltern vor dem Thema zurückschrecken lassen, können meist zu aller Zufriedenheit ausgeräumt werden. "Ich will mit 60 doch noch nicht ans Abtreten denken."
Das raten Psychologen
"Gerade die heutigen ?Alten' sind zu fit, um sich mit Siechtum und Lebensende befassen zu wollen", stellt Dr. Anne-Kathrin Mayer vom Fachbereich Psychologie der Uni Trier fest. Der Ernstfall kann allerdings schnell eintreten - und auch junge Leute treffen. Hier können Kinder argumentativ ansetzen: "Erklären Sie, dass Sie für sich gerne eine Patientenverfügung für den Krankheitsfall oder ein Testament machen wollen. Fragen Sie Ihre Eltern, wie sie selbst das geregelt haben möchten", rät Dr. Christiane Papastefanou, Psychologin und Dozentin an den Unis Mannheim und Siegen. "Über die etwas harmlosere Schiene Krankheit kommt man leichter ins Gespräch." Alternativ funktionieren auch schlechte Beispiele aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis, wo plötzliche Todesfälle zu Chaos führten. Kinder müssen aber auch akzeptieren, dass sie keinen Anspruch darauf haben, dass ihnen die Eltern etwas übrig lassen.
Das raten Anwälte
Es macht Sinn, sich möglichst früh - schon als junger Erwachsener - mit dem eigenen Nachlass zu beschäftigen. "Die Chance, durch ein Testament an einer gesetzlichen Erbfolge und der streitträchtigen Erbengemeinschaft vorbeizukommen, sollte Ansporn genug sein", meint Erbschaftsexperte Groll.
Auch Vermögensmanager Harreiner empfiehlt in jedem Fall ein zügiges Handeln. "Besonders bei weiten Verwandtschaftsgraden und nichtverheirateten Paaren, wo kaum Freibeträge zur Verfügung stehen, ist eine Langfristplanung sinnvoll." Denn Steueroptimierungen brauchen mitunter Zeit.Ein Beispiel ist die Kettenschenkung. Will ein Vater seiner Tochter 250.000 Euro schenken, würde für 45.000 Euro Schenkungsteuer anfallen. Schenkt er einen Teil aber erst seiner Frau und die gibt es weiter, bleibt das Geschenk steuerfrei. Fangen Eltern schon in jungen Jahren an, dann bleibt genügend Zeit, die Freibeträge mehrfach zu nutzen. Denn diese frischen sich alle zehn Jahre auf."Wenn ich jetzt alles schenke, kümmert sich keiner mehr um mich."
Der Psychologen-Rat
"Natürlich geht es beim Vererben und Verschenken ganz klar auch um Machtverteilung", sagt Psychologin Papastefanou. "Eltern fühlen sich entmachtet, wenn sie ihr Geld weggeben. Sie verlieren eines ihrer Druckmittel." Eine Angst, die bestimmt nicht unberechtigt ist, gleichzeitig den meisten Sprösslingen aber Unrecht tut. Kinder können deshalb auf bisherige Erfahrungen verweisen: Warum sollten sie, die bisher ganz normal ins Familienleben eingebunden waren, die Eltern jetzt über den Tisch ziehen?
Lässt sich der Vorwurf jedoch nicht ausräumen, sollte man das Thema Schenkung vertagen. Schließlich müssen auch für den Todesfall gute Lösungen her.Das raten Anwälte
"Die vorweggenommene Erbfolge ist in der Tat ein heikles Thema", stellt Klaus Michael Groll fest. Zur Beruhigung der Eltern können Schenkungen mit Klauseln versehen werden, etwa dass das Kind das Haus nicht veräußern oder belasten darf. Mit einer Widerrufsklausel halten sich Schenker die Möglichkeit offen, das Geschenk zurückzufordern. Bei grobem Undank greift ein gesetzliches Rückforderungsrecht. Und per Rückfallklausel fällt das Geschenk zurück, wenn beispielsweise das Kind vor dem Schenker stirbt oder Insolvenz anmeldet.
"Ich will nicht, dass mein Geld verprasst wird."
Das raten Psychologen
Ein Gedanke, der Eltern sowohl beim Schenken als auch beim Vererben bewegt, besonders dann, wenn sich die Nachkommen noch nicht als große Sparer hervorgetan haben. Kinder sollten deshalb keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Verwendung aufkommen lassen und von sich aus sinnvolle, werterhaltende Vorschläge machen. Eine Studie, die Eltern vielleicht beruhigt: Laut der Sparkasse München sparen 40 Prozent der Erben das Geld zur Altersvorsorge oder als Notgroschen. Jeder Fünfte kauft ein Haus.
Das empfehlen Anwälte
Um die Verprasser-Angst zu entkräften, gibt es diverse Möglichkeiten. Für den Erbfall können Auflagen ins Testament eingearbeitet werden. Dr. Andreas Urban, Rechtsanwalt und Spezialist für Erbrecht in der Düsseldorfer Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek, rät dabei aber zur Mäßigung. Mit allzu vielen Einschränkungen riskieren die Eltern, dass ihre Erben kreuzunglücklich werden.
Bei finanziellen Wackelkandidaten können Erblasser für eine gewisse Zeit oder dauerhaft einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Hilfreich ist auch die scheibchenweise Übertragung: Ein Haus kann anteilig verschenkt werden, in eine Firma kann das Kind langsam reinwachsen - gewissermaßen als Generalprobe.Eine Geld-Schenkung mit Auflagen kann sogar steuermindernd wirken: Ist das Geld explizit an den Kauf oder Bau einer Immobilie geknüpft, behandelt der Fiskus das Ganze so, als wäre eine Immobilie verschenkt worden. Vorteil: Der steuermaßgebliche Immobilienwert liegt unter dem Geldwert. Bedingung: Grundstück oder Gebäude muss konkret benannt sein.Christian Harreiner empfiehlt Eltern, die per Schenkung Steuern sparen, ihre Kinder aber zügeln wollen, Fonds, die in gebrauchte US-Lebensversicherungen investieren. "Ein 100.000-Euro-Fondsanteil wird steuerlich nur mit rund 30.000 Euro bewertet. Kapital und Gewinn - prognostiziert 170.000 Euro - gibt es dann erst nach drei bis vier Jahren in Jahresraten zurück.""Wenn ich jetzt etwas weggebe, bleibt mir nicht genug für später."
Das raten Psychologen
Ein wichtiger Einwand, den der Familienrat ernsthaft durchkalkulieren muss - denn diese Fälle werden künftig mit steigender Lebenserwartung häufiger vorkommen. Auch wenn Argumente wie "Wir sind doch eine Familie und lassen einander nicht hängen" die wahren Gefühle widerspiegeln - wirklich entkräften können sie diese Gefahr nicht. Wer weiß schon, ob er sich ein Pflegebett für die Eltern in 20 Jahren leisten kann.
Der juristische Rat
"Man darf Schenkungen nie allein durch die Steuerbrille sehen", meint Klaus Michael Groll. "Zu viele Geschenke machen Eltern zu Bittstellern." Schenkwillige sollten vorher ihren Lebensstandard und ihre Zukunftspläne kalkulieren und einen ordentlichen Sicherheitspuffer für Operationen, Pflegeheime, langes Leben draufschlagen.
"Immobilien kann man guten Gewissens schon mal übertragen, um Freibeträge anständig zu nutzen. Mit einem vernünftigen Nießbrauchsrecht kann nicht viel schief gehen", emfiehlt Groll. Dabei wird den Eltern bei der Verschenkung ihres Hauses ein Nießbrauch oder ein lebenslanges Wohnrecht ins Grundbuch eingetragen. Die Kinder sind zwar Eigentümer, profitieren aber faktisch erst nach dem Tod der Eltern davon. "Ich will mich nicht über die Aufteilung streiten."
Das raten Psychologen
"Beim Geld und Erben geht es viel um Gerechtigkeit", stellt Psychologin Christiane Papastefanou fest. "Erbe ist immer Ausdruck von Zuwendung und Ablehnung. Sozusagen als Quittung für das Engagement in früheren Zeiten." Dass die Regeln nicht von ihnen gemacht werden, müssen Kinder erst mal akzeptieren lernen. Da brechen gerne alte Wunden wieder hervor. Generationenforscher Frank Lettke von der Uni Konstanz: "Versuchen Sie, anderen Ihre Emotionen sachlich zu vermitteln und Verständnis füreinander aufzubringen. Entwickeln Sie daraus ein gemeinsames Ziel wie ,Erbstreit vermeiden'."
Das empfehlen Anwälte
Alternativ zur "öffentlichen" Aufteilung können die Eltern auch im stillen Kämmerlein - mit oder ohne Anwalt - einen letzten Willen auskaspern und ihn jederzeit anpassen.
Und auch ohne Wissen der Kinder können Eltern schon Geldanlagen tätigen, die im Erbfall vorteilhaft wirken. So produzieren spezielle Fonds, ähnlich wie Schiffs- oder Medienfonds, in den ersten Jahren nur Verluste, was sich speziell bei wohlhabenden Eltern steuermindernd bemerkbar macht. Werden diese Fonds während ihrer "Minusphase" vererbt, mindern sie sogar die Erbschaftsteuer."Ich will nicht, dass meine Schwiegerkinder da mit rumpfuschen."
Das empfehlen Psychologen
"Viele Eltern haben vor dem Partner der Kinder Angst. Sie befürchten, dass das Erbe die Familie verlässt", weiß Christiane Papastefanou. Diese Einstellung sollten Kinder akzeptieren, ohne verletzt zu sein. Besser: Den Eltern sachliche Klauseln anbieten, die den Partner außen vor lassen. Und auch das Gespräch in reiner Familienrunde führen.
Das raten Anwälte
Die Angst, dass das Erbe die Familie wechselt, ist berechtigt: Wenn Sohn oder Tochter sterben, erbt anteilig normalerweise der - familienfremde - Partner. Eine Lösung könnte hier eine "befreite Vor- und Nacherbschaft" sein. Die Kinder erben als Vorerbe, können relativ frei mit dem Erbe umgehen (aber zum Beispiel keine wesentlichen Teile verschenken). Nach deren Tod erbt der Nacherbe, beispielsweise Enkel oder Geschwister.
Bei Schenkungen sollten Eltern eine Rückfallklausel vereinbaren, für den Fall, dass der Beschenkte vor den Eltern stirbt. Erben und Schenken

Berliner Testament
Die Ehepartner setzen sich gegenseitig als Alleinerben ein; in der Regel erben die Kinder nach dem Tod beider Elternteile. Gravierende Nachteile: Der Nachlass wird meist zweimal besteuert (nach dem Tod jeden Elternteils), Freibeträge werden verschenkt. Da Kinder "enterbt" werden, haben sie einen Pflichtteilsanspruch. Sie können vom überlebenden Elternteil die Auszahlung in bar verlangen.Alternativen:
  • Immobilien an Kinder vererben. Überlebender Partner erhält Nießbrauch, sprich: alle Einnahmen und Nutzungsmöglichkeiten. Erbschaftsteuer wird teilweise gestundet, solange Nießbrauch besteht.
  • Der Überlebende erbt (und behält Verfügungsgewalt), die Kinder erhalten Teile des Vermögens als Vermächtnis (= Anspruch gegen den Erben auf Zahlung einer Summe oder Übergabe einer Sache).
  • Überlebender Partner wird Vorerbe, Kinder werden als Nacherben eingesetzt. Verhindert zum Beispiel, dass bei Wiederheirat der neue Partner erbt.
  • Erbengemeinschaft
    Gibt es mehr als einen Erben, bildet sich eine Erbengemeinschaft. Das Vermögen - Geld, Immobilien, Wertpapiere - steht allen Erben gemeinsam zu. Haken: Bei allen Entscheidungen, die den Nachlass betreffen, muss abgestimmt werden. Nicht minder problematischer Ausweg, dem alle zustimmen müssen: Das komplette Erbe verscherbeln, das Geld aufteilen. Oder einer behält alles und zahlt die Miterben aus.
    Erbvertrag
    Alternative zum Testament. Im (notariell abzuschließenden) Erbvertrag regeln Erblasser und Erben den Nachlass. Die Beteiligten sind an die Absprachen gebunden und können sie nur im beiderseitigen Einverständnis ändern oder widerrufen. Macht Sinn zum Beispiel bei unverheirateten Paaren, die kein gemeinschaftliches Testament machen können.
    Erbschaft-/Schenkungsteuer
    Innerhalb von drei Monaten muss ein Erbe dem Finanzamt den Nachlass melden. Schummeln bringt nichts: Die Behörde wird monatlich von den Standesämtern über Todesfälle informiert. Die Steuerfreibeträge (Tabelle S. 82) lassen sich kombinieren. Denn der Freibetrag bezieht sich auf die Beziehung zwischen Erblasser und Erben. So kann ein Kind von jedem Elternteil 205.000 Euro steuerfrei erben oder geschenkt bekommen. Das Finanzamt addiert für den Freibetrag alle Schenkungen und Erbschaften, die man von einer bestimmten Person innerhalb von zehn Jahren erhalten hat. Danach steht einem der Freibetrag erneut zu. Weitere Freibeträge: Personen aus "Steuerklasse" I haben Hausrat bis zu 41.000 Euro, bewegliche Gegenstände wie Autos bis 10.300 Euro frei. Alle anderen Erben: Sachwerte bis 10.300 Euro.
    Gesetzliche Erbfolge
    Die gesetzliche Erbfolge tritt in 70 Prozent aller Erbfälle ein, und zwar immer, wenn ein Verstorbener weder Testament noch Erbvertrag hinterlässt. Im ersten Schritt erben Ehepartner und die Erben erster Ordnung, die Kinder (auch nichteheliche), oder, falls die schon tot, deren Kinder. Sie teilen sich das Erbe. Gibt es keine Nachkommen, sind die Erben zweiter Ordnung dran: Eltern oder, wenn die verstorben sind, Geschwister. Erben dritter Ordnung: Tanten, Onkel oder Cousinen, Cousins. Die Höhe des Erbteils hängt von Verwandtschaftsgraden und der Art des Güterstandes ab. Nachteil: Erbengemeinschaften entstehen.
    Pflichtteil
    Nahe Verwandte wie Kinder, Enkel, Ehepartner und Eltern (falls es keine Kinder gibt) können nicht komplett leer ausgehen. Ihnen steht ein Pflichtteil zu: die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der Anspruch kann in bar vom Erben gefordert werden und verjährt nach drei Jahren. Hatte der Enterbte keine Ahnung vom Todesfall, verjährt der Anspruch nach 30 Jahren. Achtung: Hat der Verstorbene weniger als zehn Jahre vor seinem Tod Vermögensteile verschenkt, gehen diese in die Pflichtteilberechnung mit ein.
    Testament
    Ein wirksames privates Testament muss komplett handgeschrieben sein, den Namen, Datum, Ort und Unterschrift enthalten. Der Verfasser kann frei entscheiden, wen er begünstigt oder enterbt. Beim Formulieren von Testamenten geht erfahrungsgemäß viel schief. Deshalb: Anwalt oder Notar einschalten.
    Verkehrswert
    Der Wert von Erbe oder Schenkung bestimmt sich in der Regel nach dem Verkehrswert. Bei Bargeld, Sparbüchern, Aktien und Fonds liegt er auf der Hand. Stichtag ist der Todestag. Bei Immobilien zählt dagegen der um etwa die Hälfte niedrigere Steuerwert. Der berechnet sich für bebaute Grundstücke: Durchschnittliche Jahresmiete der letzten drei Kalenderjahre mal 12,5. Je nach Alter sind Abschläge vorgesehen. Bei selbst genutzten Immobilien zählt die ortsübliche Miete ohne Betriebskosten. In der aktuellen Diskussion um die Erbschaftsteuerreform ist ein höherer Wertansatz für Immobilien geplant.
    Leser-Aktion
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    Montag, 14. Juni, 16 bis 17 Uhr

    Christian Harreiner, Direktor Vermögensmanagement bei der Delbrück Bethmann Maffei Bank, hilft, Steuerrecht und Freibeträge optimal zu nutzen.
    Montag, 21. Juni, 16 bis 17 Uhr 01805.229984 (12 Cent/Minute)

    Link- und Literaturliste unter: www.karriere.com/erbenundschenken Ulrike Heitze, Katja Stricker

    Dieser Artikel ist erschienen am 23.06.2004