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Wie gewonnen, so zerronnen

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Durch Studiengebühren wird weniger Geld in die Verbesserung der Lehre fließen, als sich die Hochschulen erträumt haben. Das zeichnet sich jetzt ab, nachdem in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht wurden.
Durch Studiengebühren wird weniger Geld in die Verbesserung der Lehre fließen, als sich die Hochschulen erträumt haben. Das zeichnet sich jetzt ab, nachdem in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht wurden. Ob mit der Campus-Maut tatsächlich blühende Unilandschaften entstehen, ist fraglicher denn je: Bis zu einem Drittel der Einnahmen werden von Administration und Rücklagenbildung aufgefressen.Die Hochschulen laufen jetzt Sturm gegen die geplante Gebührenverteilung. ?Die Verwaltungskosten und Rücklagen für Sicherungsfonds sind viel zu hoch?, kritisiert Michael Schweitzer, Rektor der Uni Passau. Auch in Baden-Württemberg sind die Hochschulen sauer: ?Ein unverantwortlich hoher Anteil der Studiengebühren werde zweckentfremdet?, meint der Senat der Uni Heidelberg. Es sei nicht akzeptabel, dass der Ausfall bei der Rückzahlung von Darlehen alleine von den Hochschulen getragen werden soll, während die Banken in keinster Weise in die Pflicht genommen würden. Axel Freimuth, Rektor der Uni Köln, hält Sicherungsfonds zwar grundsätzlich für sinnvoll, sieht aber nicht ein, dass die NRW-Hochschulen fast ein Viertel ihrer Gebühreneinnahmen (23 Prozent) nur dafür abzweigen sollen: ?Das erscheint mir reichlich hoch", meint Freimuth. Schleierhaft ist dem Rektor der Kölner Massenuni außerdem, wie die von der Landesregierung geplante Geld-zurück-Garantie funktionieren soll. ?Der Aufwand wäre riesig. Wir können nun mal nicht garantieren, dass jeder einen Sitzplatz in der Vorlesung bekommt.?

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In Hamburg löste die Ankündigung aus dem Senat, dass ein Teil der Gelder dazu verwendet werden könnte, mehr Studienplätze zu schaffen, Protest aus. ?Studiengebühren müssen der Generation zukommen, die sie zahlt?, mahnt Jürgen Lüthje, Präsident der Uni Hamburg. Alles andere wäre für den ?Kunden Student? ein Schlag ins Gesicht.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.12.2005