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Weiterbildung darf Spaß machen

Bislang waren Finanzgerichte bei der Frage, ob ein Seminar auch dann voll von der Steuer absetzbar sei, wenn es einen privaten Nutzen hat, immer sehr abweisend. So ließ das Niedersächsische Finanzgericht die Ausgaben einer nicht-berufstätigen Sportlehrerin für Stepptanz und Schwimmtraining nicht als Weiterbildungskosten zu (Az: 14 K 596/99). Mittlerweile gibt es aber Ausnahmen: Vor dem Finanzgericht des Saarlandes durfte ein Ausbilder die Kosten für eine Weiterbildung zum Lauftherapeuten komplett absetzen, obwohl Laufen sein Hobby ist. Es lasse sich nicht vermeiden, dass jemand Wissen und Fähigkeiten, die er sich für den Job aneignet, auch im Privatleben nutzt - heißt es in der Urteilsbegründung. Aber nach wie vor Bedingung: Die Weiterbildung wird überwiegend aus beruflichem Interesse gemacht.

Az. 1 K 93/99
Dieser Artikel ist erschienen am 22.10.2002