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Was ist eigentlich Insolvenz?

Begriffe wie Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenz und Konkurs sind momentan Standardvokabeln in Artikeln über Gründer. Alle sagen aus: Dem Unternehmen geht es nicht gut. Doch es gibt Unterschiede.
Begriffe wie Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenz und Konkurs sind momentan Standardvokabeln in Artikeln über Gründer. Alle sagen aus: Dem Unternehmen geht es nicht gut. Doch es gibt Unterschiede. Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Unternehmen zu wenig Geld auf dem Konto hat, um gerade fällige Schulden zu zahlen. Im Gegensatz zu dieser akuten Krankheit kann man überschuldung als chronisches Leiden ansehen. Eine Kapitalgesellschaft - nur für sie gilt der Begriff - ist überschuldet, wenn sie selbst bei Verkauf des gesamten Vermögens - vom Bleistift bis zur Fabrikhalle - ihre Schulden nicht komplett zahlen könnte. "Ausschlaggebend ist der tatsächliche Wert, nicht der Bilanzwert", betont Horst Piepenburg, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein.

Ist eine Gesellschaft überschuldet, muss sie beim Insolvenzgericht Insolvenz, früher Konkurs, beantragen. Insolvenzantrag können auch die Gläubiger stellen. Das Gericht prüft, ob das Vermögen ausreicht, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu bezahlen, oder ob der Antrag "mangels Masse" abzulehnen ist.

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Die Insolvenz ist so etwas wie ein künstliches Koma. Sieht der Insolvenzverwalter eine überlebenschance, dürfen Gläubiger zunächst kein Vermögen entnehmen. Seit 1999 kann er später mit den Gläubigern im so genannten Insolvenzplan vereinbaren, dass sie auf ihre Forderungen verzichten und dafür am Erlös beteiligt werden. Allerdings stellt Creditreform fest: "Erfolgreiche Insolvenzpläne sind Raritäten."
Dieser Artikel ist erschienen am 18.10.2001