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Was ist eigentlich ein Massekredit?

Zu krank zum Leben, zu gesund zum Sterben - so lautet die Diagnose für Unternehmen, die Insolvenz angemeldet haben. Die erste Hilfe ist der Massekredit.
Zu krank zum Leben, zu gesund zum Sterben - so lautet die Diagnose für Unternehmen, die Insolvenz angemeldet haben. So lange der Patient noch lebt ist, muss er versorgt werden. ?Die Erste Hilfe für ein krankes Unternehmen ist der Massekredit", sagt Rainer M. Bähr, vorläufiger Insolvenzverwalter des Baukonzerns Philip Holzmann und Vorstandsmitglied der Arbeitsgruppe Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein. Der Insolvenzverwalter entscheidet, ob das Unternehmen eine Überlebenschance hat oder zerschlagen wird. Bis dahin führt er den Betrieb fort. Dafür braucht er Geld. Geld für Löhne, Betriebsmittel und Lieferanten. Während die Löhne drei Monate lang das Arbeitsamt zahlt, stammt der Massekredit meist von Banken, die dem Unternehmen schon früher Geld geliehen haben und befürchten, bei einer übereilten Zerschlagung auf ihren Forderungen sitzen zu bleiben. Denn manchmal ist der Massekredit die Finanzspritze, die dem Unternehmen wieder auf die Beine hilft.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.05.2002