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Was ist eigentlich ein Businessplan?

Bevor ein Gründer auf Kundenfang gehen kann, muss er erst einmal seine Geldgeber überzeugen. Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber verlangen dazu einen Businessplan.
Bevor ein Gründer auf Kundenfang gehen kann, muss er erst einmal seine Geldgeber überzeugen. Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber verlangen dazu einen Businessplan. Darin stellt der Gründer nicht nur seine Geschäftsidee dar. Er muss auch erläutern, wie das Unternehmen die ersten drei Jahre überleben soll – und das auf zehn, maximal 20 Seiten, denn erfolgreiche Wagniskapitalgeber sichten mehr als 1.000 Businesspläne im Jahr und haben keine Zeit für Weitschweifigkeit.

Viele lesen deshalb nur die Kurzzusammenfassung am Beginn des Businessplans (Executive Summary), die im Idealfall nicht länger als eine Seite ist. In der Executive Summary müssen Investoren zwei Dinge erfahren: Was hat der Gründer vor? Und warum muss die Idee ein Erfolg werden? Die Langfassung des Businessplans enthält darüber hinaus noch die Beschreibung des Marktes und die Unterschiede zum Geschäftskonzept von Konkurrenten. Denn es gibt extrem selten einzigartige Geschäftsmodelle. Umso wichtiger sind zwei weitere Themen im Businessplan: Das Managementteam und die Finanzen. Im Finanzplan steht, wie viel Geld der Gründer benötigt und wie die Prognose für Einnahmen und Ausgaben aussieht. Wichtig ist, dass diese Prognosen auf realistischen Erwartungen beruhen. Gerade bei High-Tech-Gründungen sollte außerdem der Technik ein eigenes Kapitel im Businessplan gewidmet werden. Auch wer ohne fremdes Kapital auskommt, sollte nicht auf den Businessplan verzichten – es sei denn, er stürzt sich gerne kopfüber ins Abenteuer.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2001