Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Was ist die World MBA Tour?

Interview: Christoph Mohr
Am 20.10.07 (Frankfurt) und 25.10.07 (München) findet wieder die World MBA Tour, Deutschlands wichtigste MBA-Messe statt. Was aber ist die World MBA Tour genau? Und wer steckt dahinter? Fragen an Nunzio Quacquarelli, den Chef des Messeveranstalters QS Ltd., London.
Die World MBA Tour ist eine Messe. Warum nennen Sie sie eigentlich Tour?Seit 1995, als wir die ersten Veranstaltungen organisierten, sind wir als ?Tour? unterwegs, wobei wir mit den besten Business Schulen aus aller Welt in strategisch wichtige MBA-Recruitment-Städte reisen. Angefangen haben wir mit Paris und London, im zweiten Jahr haben wir dann Frankfurt in den Tour-Plan aufgenommen. Frankfurt ist damit also eine der Gründerstädte für die World MBA Tour, die in diesem Herbst zwischen August und Oktober in 7 Städte in Südamerika, 11 Städte in Nord-Amerika, 12 Städte in Europa, 12 Städte in Asien und 6 Städte in Indien und Afrika reist.

Die besten Jobs von allen

Wie groß ist die Tour in Zahlen ausgedrückt?Die QS World MBA Tour hat sich weltweit zur größten Veranstaltung ihrer Art etabliert. Die Tour wird 2007 insgesamt 65 Städte in 33 Ländern besuchen. Mehr als 390 Business Schulen nehmen an der Tour teil, darunter 27 der Top 30 US Business Schools und alle der wichtigsten europäischen Business Schulen. Insgesamt werden etwa 70000 Besucher auf unsere Messen kommen.Ihr Unternehmen QS Ltd ist ein Startup. Wie kamen Sie eigentlich auf die Idee?Mein Interesse am MBA wurde geweckt, als ich gerade einmal 14 Jahre alt war. Ein guter Freund meines Vaters war damals der Admissions Director der Manchester Business School und hat erheblich zu meiner Faszination für den MBA beigetragen. Während meiner Studentenjahre in Cambridge hatte ich das Glück und die Gelegenheit, ein landesweites Studentenmagazin für AIESEC zu publizieren. Nach einer kurzen Zeit im Consulting-Bereich und mit festen Vorsätzen ?etwas zu bewegen? habe ich dann als 24-Jähriger meinen MBA an der Wharton School in Philadelphia begonnen. Ich hatte sehr viel Glück, von meinem damaligen Arbeitgeber teilweise finanziert zu werden und so konnte ich meine Leidenschaft für den MBA mit meiner Erfahrung im Bereich Publishing kombinieren und habe ein Beratungsmagazin für Studenten ins Leben gerufen, den TopMBA Career Guide, der nach wie vor zweimal pro Jahr publiziert wird.Neben den Messen ist QS noch auf anderen Feldern aktiv.QS hat es sich zum Ziel gesetzt, weltweit als führende Quelle für unabhängige Informationen zum Thema Studium und Karriere-Entwicklung anerkannt zu werden.QS bringt High-Achievers, von Erstsemestern bis hin zu leitenden Angestellten, mit Top-Universitäten, Business Schools und Arbeitgebern zusammen. Dazu haben wir in den vergangenen 17 Jahren stetig enge Partnerschaften mit international führenden Universitäten und Business Schools geknüpft. Zusätzlich zur QS World MBA Tour veranstalten wir auch die weltweit größte Masters- und PhD-Messe ? die QS World Grad School Tour, die im Herbst 2007 auch nach Frankfurt, Köln und München kommt. 2008 kommt dann auch eine neue Veranstaltung nach Frankfurt, die Connect 121, eine kleinere Version der MBA-Messe, die einigen ausgewählten MBA-Interessierten die Möglichkeit gibt, ein ausführliches und persönliches Beratungsgespräch mit Top-MBA Schulen zu führen und an Präsentationen teilzunehmen.Außerdem publiziert QS unter anderem unabhängige Studien, Reporte und interaktive Online-Guides, die potenziellen Studenten relevante Informationen zum Thema Studium im In- und Ausland bieten. Dazu gehören zum Beispiel folgende Publikationen: Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie sich der MBA-Markt verändertSie haben auch versucht, eine virtuelle MBA-Job-Börse im Internet aufzubauen. Was genau ist www.global-workplace.com? Und wie erfolgreich sind Sie damit? Global-Workplace (GWP) ist eine Community von 50 Business Schools aus den USA, Europa und Asien, die Studenten und Alumni zum Networking anregen möchte. Außerdem ermöglicht GWP, international vertretenen Arbeitgebern eine gezielte Auswahl an MBA-Studenten und Alumni verschiedener Business Schulen durch ein zentrales Webportal zu erreichen. QS hat stets dem Umstand Rechnung getragen, dass die meisten Leute einen MBA machen um ihre Karrierechancen zu verbessern und diese Plattformen ? Global-Workplace und TopMBA.com/careers ? ermöglichen es uns, MBA-Studenten bei der Jobwahl zu unterstützen.Firmen können pro Jahr eine gewisse Anzahl an Jobangeboten kostenlos platzieren, was dazu geführt hat, dass in den letzten zwölf Monaten ca. 12 000 Jobangebote auf der Plattform platziert wurden. GWP ist besonders für international vertretene Arbeitgeber interessant, die nicht die Möglichkeit haben, verschiedene Business Schools selbst zu besuchen; die Plattform ist aber auch sehr populär bei Online-Rekruitern ? Google zum Beispiel war in den vergangenen Jahren ein häufiger Nutzer der GWP-Site.Wie groß ist Ihr Unternehmen QS Ltd. Insgesamt?QS hat heute mehr als 100 Mitarbeiter und Berater weltweit. Wir haben unseren Hauptsitz in London und wichtige Geschäftsstellen in Paris und Singapur. Außerdem haben wir weitere Niederlassungen in Washington DC, Beijing, Sydney und Johannesburg.Sie sind nun selbst mehr als fünfzehn Jahre Teil der MBA-Welt. Wie hat sich der Markt in dieser Zeit verändert?Als ich meinen MBA gemacht habe, waren die US-Schulen bei weitem die wichtigsten Ausbildungsstätten im Bereich Business. Ich denke, diese Kluft zwischen Amerika, Europa und Asien verringert sich stetig. Unser aktueller TopMBA.com Recruiter Survey belegt, dass mehr und mehr Business Schools außerhalb der USA von Arbeitgebern als wichtige Ausbilder qualitativ hochwertiger MBA-Absolventen anerkannt werden.Wir produzieren eine jährliche Studie, die ?Global Recruiters? Top 100 Business Schools?; diese Studie ist kein Ranking als solches, sondern listet die Business Schools, die bei der Arbeitgeberumfrage am besten abgeschnitten haben nach Region und in alphabetischer Reihenfolge. 2007 sind 23 Schulen aus Asien in den Top 100 vertreten (im Vorjahr waren es lediglich 10), 32 Business Schools aus Europa und 40 amerikanische Schulen. Die restlichen 5 Schulen sind aus Südamerika.Vor 15 Jahren war es unerlässlich, seinen MBA an einer der ca. 30 anerkannten Business Schools (20 davon in der USA) zu manchen, um einen Job bei einer Consulting-Firma oder im Bereich Investment Banking zu bekommen; und obwohl Consulting-Firmen nach wie vor sehr selektiv bei ihren MBAs sind, finden doch viele Absolventen der Global Top 100 Business Schools eine Anstellung im Bereich Strategy oder in multinationalen Unternehmen. Wir haben auch eine Anzahl von Business Schools aus dem australasiatischen Bereich, die bei der QS World MBA Tour in Europa vertreten sind, da mehr und mehr Kandidaten daran interessiert sind, in diesem sehr dynamischen Teil der Welt zu studieren und zu arbeiten.Welches sind Ihre erfolgreichsten Messen weltweit?Was eine Messe erfolgreich macht, ist nicht allein die Zahl der Besucher, sondern auch die Qualität der Kandidaten. Der ideale MBA-Kandidat hat einen guten ersten Universitätsabschluss und zwei oder mehr Jahre Berufserfahrung.Unser Ziel für Frankfurt ist es, ca. 1000 ? 1500 qualifizierte MBA-Interessenten zu gewinnen. Diese Zahl ist vergleichbar mit anderen europäischen Orten, an denen die QS World MBA Tour stattfindet. Für München ist diese Zahl etwas niedriger, ca. 500 ? 800, da München vergleichsweise einen kleineren MBA-Markt darstellt. Unsere Messen in Südamerika und auch Nord Amerika sind wesentlich größer, mit Besucherzahlen in Mexiko City, Bogota, Caracas und auch Los Angeles um die 1250 ? 2000. Bei einigen unserer Messen in Asien und Indien, zum Beispiel in Mumbai, New Delhi, Beijing und Shanghai liegt die Anzahl der teilnehmenden Besucher bei ca. 1500 ? 2500.Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die erfolgreichsten MessenSie haben in den letzten Jahren ständig auch neue Messestandorte ausprobiert. Welches waren Ihre erfolgreichsten neuen Messen?Die QS World MBA Tour hat sich stets darum bemüht, neue MBA-Märkte zu erschließen. Die größten Erfolge in den letzten Jahren waren zweifelsohne Hyderabad und Bangalore. In Europa haben sich Zürich und Kiew als besonders erfolgreiche neue Städte für die Herbst-Messen erwiesen. In den letzten zwei Jahren haben wir Sofia und Bukarest in unsere Frühjahrstour aufgenommen, und auf beiden Messen gab es ausgezeichnete potenzielle MBA-Studenten.Es gibt sicherlich Orte, die sich für eine MBA-Messe aufdrängen, andere weniger. Aber wie kommt man auf den Gedanken, eine MBA-Messe in Almaty (Kasachstan) zu organisieren?Kasachstan befindet sich in einem wirtschaftlichen Hoch. Die Regierung Kasachstans bietet ihren jungen Bürgern viele Stipendien für ein Auslandsstudium an. Und mit seinem Reichtum an Naturschätzen, Öl und Gas, sowie erfolgreichen Wirtschaftsreformen, hat der Bedarf an Bildung im Bereich Management nun Priorität sowohl für den Staat als auch für die Industrie.Wenn Sie nur Ihre persönlichen Erlebnisse nehmen, welches sind die Messen, an die Sie am liebsten zurückdenken?Meine denkwürdigste Erinnerung ist unsere erste Messe in Moskau im Jahre 1998. Die Messe fand im wunderschönen Hotel Metropole statt, das direkt neben dem Kreml liegt. Die Stadt befand sich noch immer in einer Erholungsphase von dem vorherigen kommunistischen Regime, es gab kaum Straßenlampen oder Neonreklamen. Die Straßen waren komplett schneebedeckt und dennoch hatten wir 2800 Besucher, die eine Schlange um den gesamte Hotelblock gebildet hatten, noch bevor die Veranstaltung anfing, Alle warteten geduldig in der eisigen Kälte.Ich gab damals das Admissions-Seminar vor 300 Teilnehmern und musste mich wirklich zwicken, als mir bewusst wurde, dass wir eines der ersten Unternehmen waren, das westliche Management-Ausbildung in ein Land brachten, das dem Kapitalismus noch sehr fremd war. Ich kann mich deutlich an den Enthusiasmus erinnern und war erstaunt über die ausgezeichneten Englischkenntnisse der Messebesucher. Eine junge Dame ? Zoya Zaitseva - die damals die Messe besuchte, arbeitet übrigens heute bei uns in London als Managerin für die europäischen Veranstaltungen der QS World MBA Tour.Und was war Ihre schlimmste persönliche Erfahrung?Meine schlimmste Erinnerung, obwohl ich mich nicht so recht an alles erinnern kann, war als mir ein Cocktail mit Limonengeschmack in Buenos Aires gereicht wurde. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um einen Caipirinha, der zwar wie Limonade schmeckt, aber hochwertigen Alkohol enthält. Das hat dann schon seine Spuren hinterlassen, und als um 5 Uhr morgens mein Wecker klingelte und ich mich zum Flug nach Mexico City mit einigen unseren Schulen begeben musste, waren Sonnenbrille und Aspirin von größter Wichtigkeit!Wenn Sie die MBA-Messe in Frankfurt mit den anderen Messestandorten vergleichen, gibt es dann Unterschiede?Es gab bezeichnende Unterschiede in den Profilen der Besucher in Frankfurt verglichen mit den Besuchern in Paris oder London im Herbst 2006:10% der Besucher waren nicht-deutscher Herkunft verglichen mit 24% der Besucher in London, die nicht britisch waren.Lediglich 57% der Besucher waren daran interessiert, einen Vollzeit-MBA zu machen, in London und Paris lag diese Ziffer bei 68%. Umgekehrt interessierten sich 31% für einen Teilzeit- oder Executive MBA, verglichen mit lediglich 25% der Besucher in London und 26% der Besucher in Paris.Schließlich hatten 79% der Besucher in Frankfurt mehr als zwei Jahre Berufserfahrung, im Vergleich zu London, wo die Anzahl der Kandidaten mit Berufserfahrung von mehr als 2 Jahren bei 71% lag.Lesen Sie weiter auf Seite 4: US-Schools in DeutschlandDie World MBA Tour kommt zweimal im Jahr nach Frankfurt, aber im Frühjahr sieht man praktisch keine US-Business School, während es im Herbst über 15 sind. Warum ist das so?Unsere Frühjahrsmessen finden Mitte März statt, was für viele europäische Business Schools ideal ist, da diese oft durchlaufende Aufnahmeverfahren haben und sie Anmeldungen für einen Programmstart im September teilweise sogar auch noch im Juli annehmen. Viele US-Business Schools haben Aufnahmezyklen, so genannte ?Admission Rounds?, wobei die dritte, und letzte Runde gegen Ende März schließt.Aus diesem Grunde bevorzugen es die meisten amerikanischen Schulen, im Herbst mit uns zu reisen. Berkley, Chicago, Columbia, Georgetown, Michigan, Tuck, Wharton und Yale sind einige der 17 der Top-US Business Schulen die in diesem Oktober nach Frankfurt und München kommen.Welche Unterschiede gibt es zwischen den MBA-Messen in Frankfurt und München?Was die Zahl der teilnehmenden Schulen betrifft, so sind sich beide Städte relativ ähnlich. Wir werden auf beiden Messen zwischen 85 und 100 Business Schulen haben. Dabei kommen 20 Schulen aus Deutschland, 17 aus den USA, 16 aus Großbritannien, 7 aus Spanien, 6 aus Frankreich, 5 aus Australien, 4 aus der Schweiz und 2 aus Italien, außerdem sind auch Repräsentanten aus Süd-Korea, China, Hong Kong, Österreich und Skandinavien mit dabei.Sie haben auch versucht, mit Ihrer MBA-Tour nach Berlin zu gehen ? ohne großen Erfolg.Wir hatten im letzten Jahr ein ?MBA Village? innerhalb der World Grad School Tour-Veranstaltung in Berlin. Dabei haben wir festgestellt, dass rund 200 ? 300 der Besucher Interesse am MBA haben ? leider ist das nicht ausreichend, um eine eigenständige MBA-Messe in Berlin zu diesem Zeitpunkt zu rechtfertigen. Wir möchten aber in einigen Jahren wieder nach Berlin zurück kehren, bis dahin müssen MBA-Interessierte leider noch ein Zugticket nach Frankfurt oder München in Kauf nehmen, um die QS World MBA Tour zu besuchen.Mit der QS World Grad School Tour versuchen Sie nun, neben der MBA-Messe eine ähnliche Veranstaltung für Master-Programme zu etablieren. Warum?Die QS World Grad School Tour hat sich schnell als die weltweit führende Veranstaltungsserie für Master- und PhD-Programme etabliert und findet in diesem Jahr von August bis Dezember in 40 Städten auf 4 Kontinenten statt. Die Tour kommt am 20. Oktober nach Frankfurt, ist dann am 23. Oktober in Köln und schließlich am 25. Oktober in München.Wie bei der World MBA Tour schließen wir bei der World Grad School Tour Partnerschaften mit führenden Universitäten und Hochschulen, um kostenfreie Beratung zum Thema Admissions, also den Aufnahmeprozess, zu liefern. Das beinhaltet zum Beispiel Beratung dazu, wie man sich bei der Bewerbung um einen Studienplatz aus der Masse abhebt. Mit dabei sind beispielsweise führende Universitäten wie LSE, Kings College, Imperial College, Warwick, Bocconi oder Columbia, aber auch die National University of Singapore und sogar Hochschulen aus Malaysia, Australien und Hawai.Was die World Grad School Tour so speziell macht, ist das weitgefächerte Angebot an spezialisierenden Studiengängen. In diesem Jahr sind sehr viele Law Schools aus Europa und den USA mit dabei, auch in Deutschland. Außerdem gibt es ein großes Angebot an Master-Programmen in Management, Ingenieurwesen, Erziehungswissenschaften, Naturwissenschaften und Politikwissenschaften, um nur einige zu nennen.Lesen Sie weiter auf Seite 5: Der deutsche MBA-MarktMit Ihrer World Grad School Tour gehen Sie zusätzlich zu Frankfurt und München auch nach Köln. Warum?Laut Angaben des Statistischen Bundesamts haben in 2005 mehr als 75 000 Deutsche im Ausland studiert (diese Ziffer bezieht Austauschstudenten mit ein) ? eine geringe Zahl gemessen an asiatischen Proportionen, doch für Europa ist das sogar Platz 2 nach Griechenland. Die QS World Grad School Tour richtet sich an Studenten und Young Professionals, die ein geeignetes Masters- oder PhD-Programm im In- oder Ausland finden möchten. Aus unseren Recherchen hat sich ergeben, dass Köln ein großes Potenzial an Masters-Interessenten hat, da die Stadt über eine große Studentenschaft verfügt. Auch die Nähe zu Bochum, wo in Kürze die größte Anzahl neuer Bachelor-Absolventen zu finden ist, spielt dabei eine Rolle.Für viele stellt ein Master-Studium im Ausland nicht nur eine Gelegenheit dar, sich in einem bestimmten Fach zu spezialisieren, sondern auch die Möglichkeit Sprachkenntnisse zu erwerben und neue Kulturen kennenzulernen.QS hat auch Studien über den deutschen MBA-Markt durchgeführt. Was wissen Sie über Deutschland?Unsere Studien sind sehr umfangreich. Zum Beispiel haben wir MBA-Interessenten aus Deutschland gefragt, was sie zum MBA-Studium motiviert. 72% (der globale Durchschnitt liegt bei 69%) der Befragten möchten ihre Karriere grundsätzlich verbessern. 69% (55%) möchten sich neue Kenntnisse aneignen, 49% (41%) sind vorwiegend auf der Suche nach einem beruflichen Netzwerk, 39% (45%) streben einen Berufswechsel an, während 27% (27%) ihre Einkommen verbessern möchten und 16% (25%) beabsichtigen, ein eigenes Unternehmen zu gründen.Kurz gesagt, deutsche MBA-Interessenten unterscheiden sich von anderen MBA-Interessenten aus anderen Ländern darin, dass sie sich mehr darauf konzentrieren, neue Kenntnisse zu erwerben und ein berufliches Netzwerk aufzubauen und weniger daran interessiert sind, ein eigenes Unternehmen zu gründen.Und was können Sie über den typischen deutschen MBA-Absolventen sagen?Man kann MBA-Absolventen nicht einfach über einen Kamm scheren, da ihre Berufsziele und Ambitionen doch sehr unterschiedlich sind.Was man allerdings aus der Rekruiterperspektive beobachten kann, ist, dass deutsche MBAs weltweit sehr gefragt sind, da es nach wie vor nicht sehr viele gibt. Mehr und mehr deutsche Arbeitgeber erkennen die Qualifikation MBA als sehr hilfreich in ihren internationalen Entwicklungsplänen an.MBA-Recruiter weltweit befinden sich im Kampf um die talentiertesten Studenten. Bei anhaltendem globalen Wachstum steigt der Bedarf an MBAs, ganz speziell in den Bereichen Consulting und Banking.Unser TopMBA.com International Recruitment und Salary Report 2007 zeigt einige Trends bei Rekruitment und Gehältern. Vorhersagen zu Einstellungen von MBA-Absolventen zeigen, dass der Bedarf an MBAs weltweit zu einem neuen Rekord in 2007 steigen wird. Die TopMBA.com Studie belegt einen Anstieg der Nachfrage für MBAs von 24% (24% im Vorjahr), dabei berichtet der Sektor Technologie den größten Anstieg von 29% (20%), im Finanzwesen liegt diese Zahl bei 23% (24%), Industrie (24% (18%) und Consulting bei 22% (39%). Lesen Sie weiter auf Seite 6: MBA-Gehälter im Vergleich Wie stehen deutsche Unternehmen als MBA-Arbeitgebern im Vergleich zu ausländischen Unternehmen dar? In der Regel bieten international tätige Arbeitgeber höhere Gehälter für MBAs als regionale Arbeitgeber. Das gilt auch für Deutschland und stimmt weitgehend in ganz Europa. Unternehmen, die in Deutschland ansässig sind, zahlen im Schnitt 89 141 US-Dollar, wie die Zahlen unseres TopMBA.com International Recruiter Survey 2007 zeigen, für den 489 Arbeitgeber befragt wurden. Die Durchschnittsgehälter für andere Länder sind in der untenstehenden Tabelle aufgeführt. Großbritannien zahlt dabei die höchsten Gehälter mit einem Durchschnitt von $108.372, gefolgt von Frankreich und Deutschland. 58 Arbeitgeber dagegen geben an, dass sie MBAs global rekruitieren und bieten ihnen ein Durchschnittsgehalt von 105.000 US-Dollar in ihren globalen Vergütungsschemen. MBA Gehälter in Europa
Sitz des Arbeitgebers Durchschnittliches Gehalt 2007 (US$)
Großbritannien 108.372
Frankreich 97.692
Deutschland 89.141
Niederlande 88.091
Spanien 84.434
Griechenland 43.615
Ungarn 43.058
Quelle: QS TopMBA.com International Recruiter Survey 2007 Noch einmal zur World MBA Tour im Oktober. Welche Ratschläge würden Sie potenziellen Besuchern geben? Als erstes sollte man am besten seine eigene Motivationen für ein MBA-Studium analysieren. Möchte man einen Karrierewechsel oder die Karriere weiter entwickeln? Möchte man ein MBA Studium neben der Arbeit absolvieren oder sich lieber auf das Studium konzentrieren und andere Optionen abwägen? Ist ein Gehaltsanstieg die Hauptmotivation oder geht es eher darum internationale Erfahrungen zu sammeln? Eine ehrliche Selbst-Analyse kann Zeit und Energie sparen und dabei helfen eine gezielte Auswahl and möglichen MBA Programmen zu treffen.  Der zweite Schritt ist dann die Auswahl der möglichen Schulen auf die gewünschte Karriere zu beschränken, mit Hilfe einer realistischen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse. Es ist wichtig, die eigenen Motivationen sehr gründlich zu untersuchen. Die Entscheidung, wo man nach dem Studium arbeiten möchte, spielt ebenso eine große Rolle in diesem Ablauf.  Vor dem Besuch bei der QS World MBA Tour sollten sich die Kandidaten so viel Informationen einholen wie möglich ? die Handelsblatt-Website www.handelsblatt.com/mba, auch die Websites der Business Schools, können dabei sehr hilfreich sein. Außerdem können sich die Kandidaten auch bei TopMBA Search & Scorecard kundig machen. Unsere Website www.topmba.com/scorecard erlaubt es, eine individuelle Rangliste von 300 Business Schulen nach eigenen persönlichen Kriterien zu erstellen. Zur Auswahl stehen dort 16 Kriterien, wie zum Beispiel Ruf der Schule bei Arbeitgebern, Stärke der Fakultät, Return on Investment und Spezialisierung um nur einige zu nennen.  Auf der Messe selbst empfehlen wir dass die Kandidaten gezielte Fragen vorbereiten welche ihnen dabei helfen herauszufinden ob eine bestimmte Business Schule auch die richtige ist. Am besten ist es voraus zu planen und dann mit so vielen Repräsentanten wie möglich zu sprechen. Für alle die ihren GMAT noch nicht hinter sich haben ist das GMAT Seminar von Jörn Meissner, Professor bei Lancaster University und Direktor bei Manhatten Review, welches während der Messe stattfindet, sehr hilfreich.  Um sich einen Vorteil bei Bewerbung zu verschaffen, müssen die potenziellen MBA-Studenten einen guten Eindruck bei ihren Wunschschulen hinterlassen. Die QS World MBA Tour bietet dazu eine ideale Gelegenheit, da die Kandidaten vor Ort gezielte und intelligente Fragen zu Themen wie Karriereaussichten, Spezialisierungen, und Finanzierung stellen können. Ein guter erster Eindruck trägt erheblich zu einer erfolgreichen Bewerbung bei. Oder wie es ein Business School-Vertreter sagt: Wir interessieren uns für Kandidaten, die ihre Berufsziele nach dem MBA gut artikulieren können und eine gute Vorstellung davon haben, wie ihnen ein MBA dabei hilft, diese Ziele zu erreichen.?
Dieser Artikel ist erschienen am 01.10.2007