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Wann können sich Studenten das Repetitorium endlich sparen?

Interview mit Ursula Nelles, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes.
Interview mit Ursula Nelles,51, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes und Professorin am Institut für Kriminalwissenschaften der Uni Münster.

Ursula Nelles: Der Repetitor wird überflüssig, wenn der Ablauf des Examens geändert wird. Bislang schreiben das deutsche Richtergesetz und die darauf zugeschnittenen Juristenausbildungsgesetze der Länder ein Staatsexamen vor. Dieses ist - anders als in den meisten anderen Fachbereichen und auch lerntheoretisch völlig unsinnig - so organisiert, dass der gesamte Stoff des Studiums zu einem Klausurtermin und einer mündlichen Prüfung parat sein muss. Eine punktuelle oder spezialisierte Vorbereitung ist nicht möglich, und der gesamte Stoff muss so lange wiederholt - repetiert - werden, bis ein Maximum an abrufbarem Wissen erreicht ist. Die auch deswegen seit langem immer wieder geforderte Reform der Juristenausbildungsgesetze ist aber nach rund dreijähriger Diskussion im Wesentlichen erneut gescheitert. Die Änderungen, auf die man sich jetzt geeinigt hat, sind bloß kosmetischer Natur. Gute Universitäten bieten selbst ein Repetitorium an, das den Studierenden zumindest den kostspieligen Besuch eines kommerziellen Anbieters erspart

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Dieser Artikel ist erschienen am 20.09.2001