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Wanderung rund um den Globus

Während Deutschland noch heftig über Einwanderungsgesetz und Integration diskutiert, machen Personaler von Konzernen und großen Mittelständlern bereits Nägel mit Köpfen: In ihrer Not, hierzulande hoch qualifizierte Fachkräfte zu finden, haben sie ihre Fühler ins Ausland gestreckt.
Um mehr als ein Drittel auf 8,4 Prozent verstärkten sie dort ihre Suche nach neuen Mitarbeitern ? nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, meldet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater. Kienbaum Executive Consultants sucht für rund 30 Prozent der Projekte Kandidaten parallel auch im Ausland aus. ?Vor allem im IT-Bereich, in Finanzen, Personal und Marketing gibt es in Deutschland starke Engpässe?, sagt Sörge Drosten, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum, der ?einen regen Austausch in Europa und weltweit? registriert, diesen in Zeiten der Globalisierung aber für ?durchaus normal? erachtet.

Der internationale Wechselmarkt boomt wie seit Jahren nicht. Doch das Ungleichgewicht ist unverkennbar: 880.000 Deutsche mit akademischer Ausbildung leben im Ausland, hauptsächlich in den USA, Kanada, in der Schweiz und Großbritannien. Dagegen haben nur 270.000 hoch Gebildete, vor allem Polen, in Deutschland Fuß gefasst, berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft. Beliebt sind auch Skandinavier und Bewerber aus den Benelux-Staaten

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Ihre Vorteile: ?Sie sind sehr offen, kommunikativ und können sich schnell auf andere Länder einstellen, schon allein weil sie in ihrem Land nur begrenzte Karrieremöglichkeiten haben?, erklärt Drosten. Die Wanderungsbewegung habe prinzipiell Vorteile. ?Wir brauchen ja auch Deutsche mit Auslandserfahrung.? Und es zeige sich, dass die meisten nicht ewig im Ausland bleiben. (kog)
Dieser Artikel ist erschienen am 27.07.2007