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VWL: A bis Zett

ARBEITSMARKT

In Deutschland arbeiten 123.000 Volkswirte. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert: Die Quote schwankt jährlich zwischen vier und fünf Prozent und liegt verglichen mit anderen Akademikergruppen im Durchschnitt. Im vorigen Jahr waren 4.600 Volkswirte erwerbslos gemeldet. Positiv: Zwischen 1989 und 2000 sank die Zahl der arbeitslosen Berufsanfänger von 700 auf 150.

Die besten Jobs von allen


EINSATZGEBIETE

Volkswirte arbeiten vor allem an Hochschulen und in der Forschung. Immer mehr finden aber einen Job bei Wirtschafts- und Personalberatungen und im Kreditgewerbe, außerdem bei Behörden und Verbänden, DV-Beratungen und Software-Unternehmen. Ihre Aufgaben: neben Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten vor allem Verwaltung und Koordination sowie Finanz- und Rechnungswesen, Aus- und Weiterbildung, Unternehmensleitung, Vertrieb und Planung.

GEHALT

Mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 70.000 Mark im Jahr gehören die deutschen Wirtschaftsakademiker – also auch VWLer – nach einer Studie der Kienbaum Vergütungsberatung zu den Top-Verdienern. Eine Studie des Staufenbiel-Instituts ergab: Diü Gehälter schwanken stark zwischen Industrie, Banken, Versicherungen, Handel und Dienstleistungen. 50 Prozent der Versicherungs-Angestellten steigen mit 66.000 bis 70.000 Mark im Jahr ein, während über 50 Prozent der Industrie-Beschäftigten zwischen ­1.000 und 80.000 Mark verdienen. Volkswirte in betriebswirtschaftlichen Aufgabenfeldern müssen laut ZAV gegenüber BWLern mit Abschlägen bis zu 300 Mark monatlich rechnen.

INHALTE

Die VWL untersucht Wechselwirkungen zwischen Unternehmen, privaten Haushalten und Staat innerhalb nationaler und internationaler Wirtschaftsräume. Das Grundstudium ist mit dem der BWL identisch. Zu den Grundlagen gehören Produktion, Preisbildung, Konjunktur und Wachstum. Im Hauptstudium sind Volkswirtschaftstheorie, allgemeine BWL, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft Pflicht. In Erlangen-Nürnberg, Magdeburg und Tübingen wird auch internationale VWL gelehrt. Vor allem im Hauptstudium konzentrieren sich die Studenten dort auf internationale Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft.

STUDENTENZAHL

Im WS 2000/01 waren 22.000 Studierende für VWL eingeschrieben. Die Zahl der Erstsemester ist kontinuierlich gestiegen: 5.700 haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im WS 1999/2000 ihr Studium begonnen. Fünf Jahre zuvor waren es nur 2.700. Geht es auf das Diplom zu, lichten sich dagegen die Reihen: Nur 1.800 Absolventen verließen 1999 die Unis – so wenige wie seit sechs Jahren nicht mehr. Bei Abschluss sind die Studierenden im Schnitt zwischen 27 und 28 Jahre alt. Die Regelstudienzeit liegt bei acht Semestern. Die tatsächliche Durchschnittsstudiendauer aller Wirtschaftswissenschaften, zu denen auch VWL gehört, beträgt dagegen elf Fachsemester.

ZULASSUNGSBESCHRÄNKUNG

Noch vor einigen Jahren waren die meisten VWL- Studiengänge NC-frei. Inzwischen haben einige Hoch-schulen ein hochschuleigenes Zulassungsverfahren eingeführt. Der Numerus clausus schwankt von Uni zu Uni. Zugangsvoraussetzung ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.02.2001