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Viele Studiengänge vor dem Aus

Riesige Haushaltslöcher in den Etats der Länder werden schon in Kürze zu Schließungen oder Fusionen von Hochschulinstituten und Studiengängen führen. Sogar ganze Hochschulen müssen um ihre Existenz fürchten, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner aktuellen Ausgabe. Besonders die norddeutschen Bundesländer und Berlin greifen nach Informationen des Magazins zu drastischen Mitteln

So will die niedersächsische Landesregierung allein im Haushalt 2004 rund 40 Millionen Euro bei den Hochschulen einsparen: ?Ohne Schließung von Studiengängen werden wir das nicht hinbekommen?, sagt Staatssekretär Josef Lange in Junge Karriere. In der Diskussion ist die Abschaffung ganzer Fachbereiche wie Wirtschaftswissenschaften in Lüneburg oder Jura an der Universität Hannover. Bereits beschlossene Sache ist der Kahlschlag in Hamburg: Die Lehrangebote der bisher zwölf autonomen Hochschulen des Stadtstaates werden zu Sektionen zusammengefasst, um Doppelungen künftig zu vermeiden. Folge: Institute und Hochschulen werden überflüssig, etwa die renommierte Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik.

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Im hoch verschuldeten Berlin sollen nur noch wirtschaftlich relevante Fächer gefördert werden, beispielsweise Natur- und Ingenieurwissenschaften ? zu Lasten von Geistes- und Sozialwissenschaften. Derzeit sind nach Recherchen von Junge Karriere deutschlandweit mindestens 27 Studiengänge oder Standorte von Universitäten und Fachhochschulen bedroht

Welche Hochschulen und Studiengänge um ihre Existenz fürchten müssen:

Schleswig-Holstein
Uni Flensburg: Wirtschaftswissenschaften FH Westküste: Maschinenbau

Niedersachsen
Uni Hannover: Jura
FH Lüneburg: Wirtschaftswissenschaften
Hochschule Vechta
FH Braunschweig-Wolfenbüttel: Standorte Braunschweig, Wolfenbüttel, Salzgitter, Wolfsburg
FH Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven: Standorte Oldenburg, Elsfleth, Emden, Leer, Wilhelmshaven
FH Hildesheim-Holzminden-Göttingen
FH Nordostniedersachsen: Standorte Buxtehude, Lüneburg, Suderburg

Hamburg
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP)

Berlin
FU: Geisteswissenschaften
Kunsthochschulen Berlin-Weißensee, Ernst Busch und Hanns Eissler

Sachsen
TU Dresden: Landschaftsplanung

Baden-Württemberg
Uni Stuttgart: Geisteswissenschaftliche Lehramtsstudiengänge
Dieser Artikel ist erschienen am 22.08.2003