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Viele Fehlerquellen

Wer sich im Ausland um einen Job bewerben will, muss in jedem Land andere Spielregeln beachten. Denn die Bewerbungsprozeduren sind weltweit alles andere als gleich. Darauf weist karriere in seiner am 27. Juli erscheinenden August-Ausgabe hin.
Wer sich im Ausland um einen Job bewerben will, muss in jedem Land andere Spielregeln beachten. Denn die Bewerbungsprozeduren sind weltweit alles andere als gleich. Darauf weist karriere in seiner am 27. Juli erscheinenden August-Ausgabe hin.

Die Unterschiede machen die Jobsuche vor allem für Auswanderungswillige kompliziert. Und davon gibt es in Deutschland eine ganze Menge: Das Raphaels-Werk, das Auswanderer in spe berät, erhielt 2006 rund 18.200 Anfragen ? so viele wie noch nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) vermittelte im vergangenen Jahr 14.470 Arbeitnehmer ins Ausland, das sind rund 14 Prozent mehr als 2005. Lieblingsländer der Auswanderer waren die drei Nachbarstaaten Schweiz, Österreich und die Niederlande

Die besten Jobs von allen


Doch selbst bei den direkten Nachbarn gelten andere Bewerbungsregeln: So sollten Bewerber in Österreich beim Vorstellungsgespräch das ?Herr Magister? oder ?Frau Magistra? tunlichst nicht vergessen, empfiehlt das Jobmagazin weiter. In Russland verschwinden E-Mail-Initiativbewerbungen aller Voraussicht nach im elektronischen Nirwana. Und ein amerikanischer Lebenslauf mit Foto wird oft gar nicht erst gelesen, wegen des Diskriminierungsschutzes

?Eine erfolgreiche Bewerbung besteht aus vielen kleinen positiven Einzeleindrücken. Man kann gar nicht genug richtig machen?, sagt die Wiener Job-Trainerin Elfriede Gerdenits in karriere. Wer sich an örtliche Gepflogenheiten anpasst, zeigt, dass er sich mit dem Land beschäftigt hat.

Fehlerquellen lauern überall: Zwar gehören Anschreiben und Lebenslauf in jede internationale Bewerbung. Doch schon Arbeitszeugnisse sind nicht in jedem Land erwünscht, dafür oft Referenzpersonen, bei denen potenzielle Arbeitgeber auch tatsächlich anrufen. Ein französischer Lebenslauf sieht anders aus als ein amerikanischer, ein freundliches Du wie in Schweden sorgt in der Schweiz für indignierte Blicke

Bevor es aber an Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch geht, sollten sich Bewerber vor allem über den lokalen Jobmarkt informieren. Für Europa sind Eures, das Online-Jobportal der EU, und die deutschen Handelskammern vor Ort gute erste Anlaufstellen

Weitere ausführliche Tipps für Bewerbungen in die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, Spanien, Schweden, Dänemark, Schweiz und Österreich stehen in der August-Ausgabe von karriere, die am 27. Juli 2007 erscheint.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.07.2007