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Versicherungen ziehen die Fäden

Die Gesundheitsreform zieht tiefe Gräben: zwischen Politikern und Pharma-Industrie, zwischen Kostenträgern und Kliniken, zwischen Arbeitgebern und Beitragszahlern. Doch es gibt Allianzen hinter den Fronten. Drei der großen Klinikkonzerne sind direkt oder indirekt im Besitz privater Krankenversicherungen.
Die Gesundheitsreform zieht tiefe Gräben: zwischen Politikern und Pharma-Industrie, zwischen Kostenträgern und Kliniken, zwischen Arbeitgebern und Beitragszahlern. Doch es gibt Allianzen hinter den Fronten. Drei der großen Klinikkonzerne sind direkt oder indirekt im Besitz privater Krankenversicherungen. Das ist praktisch, denn deren Aktionäre können nur gewinnen: Hohe Ausgaben durch Versicherungsleistungen kommen als Dividenden der prosperierenden Krankenhaus-Beteiligungen wieder herein. Und läuft deren Geschäft mal nicht so gut ? macht nichts, dann hat die Muttergesellschaft halt selbst gut gewirtschaftet, sprich: wenig Geld für Klinikrechnungen der Versicherten aufgewandt.

Sana Kliniken
30 Unternehmen der privaten Krankenversicherung teilen sich den Besitz am nach Umsatz größten deutschen Klinikkonzern. Alle bekannten Namen sind vertreten, von Allianz über Debeka, DKV bis HUK-Coburg, Signal und Continentale.

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Rhön-Klinikum
Größter Einzelaktionär mit 27 Prozent ist die Hypovereinsbank, an der die Münchener Rück, der weltgrößte Rückversicherer, über Kreuz beteiligt ist. Zur Münchener Rück gehört die Ergo-Versicherungsgruppe mit DKV, Victoria und Hamburg Mannheimer.

Mediclin
51,1 Prozent der Aktien sind in Festbesitz, unter anderem von DKV, Provinzial Rheinland und der Ergo-Versicherungsgruppe. Ergo und deren Mutter Münchener Rück haben den Fuß am weitesten in der Tür des Klinikgeschäfts.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.03.2005