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Versäumnisse von Vorgesetzten

Viele Hochschulabsolventen steigen äußerst motiviert, engagiert und leistungswillig ins Berufsleben ein ? sie sind bereit, ihr Bestes zu geben, um beruflich voll durchzustarten und um sich eine Führungsposition zu erarbeiten. Aber leider wird ihr Potential von den Unternehmen oft nicht erkannt, ihr Engagement läuft ins Leere. Zum großen Teil liegt das nach Erkenntnissen der Human-Resources-Beratung DDI Deutschland GmbH an den Vorgesetzten dieser potentiellen Führungskräfte ? sie spielen bei der Förderung des Nachwuchses eine zentrale Rolle, der sie oft nicht gerecht werden und meist auch gar nicht gerecht werden können, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen.Denn dass die Chefs der nächsten Generation zuwenig Aufmerksamkeit widmen, hat nach Meinung der DDI strukturelle Gründe: Die Nachwuchsförderung gehört meist nicht zu ihren offiziellen Aufgaben; ihr Erfolg wird an kurzfristigen Leistungen gemessen. Der eher langfristige und nicht eindeutig definierbare Erfolg der Nachwuchsförderung bleibt so außen vor.

Die besten Jobs von allen

Erster Schritt einer Erfolg versprechenden Personalentwicklung der Führungskräfte in spe ist also, dies als konkrete Aufgabe der Vorgesetzten festzulegen. Personalentwicklung findet nicht nur auf Workshops und Seminaren statt, sondern ist, so das DDI, umso wirkungsvoller, je mehr sie in den Berufsalltag integriert wird. Bei erfolgreichen Unternehmen gelingt die Übereinstimmung zwischen den Zielen des Nachwuchses und denen des Unternehmens; gibt es dagegen einen (gefühlten oder realen) Widerspruch zwischen diesen beiden Zielen, wird auf Dauer sowohl die Motivation der Menschen als auch der Erfolg der Firma darunter leiden.Dritter wesentlicher Punkt: Steigende Eigenverantwortung. Kaum etwas demotiviert junge, intelligente Menschen mehr als zu strikte Handlungsanweisungen. Wichtig sind klare, eindeutige Ziele, an denen Erfolge gemessen werden.Aber nur wer auch neue Wege beschreiten und eigene Ideen umsetzen darf, wird fit für eine Führungsposition.
Dieser Artikel ist erschienen am 28.02.2005