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Verfahren gegen Gerhard Goll eingestellt

Sowohl gegen den Ex-Vorstandschef der Energie Baden-Württemberg als auch gegen die früheren Vorstände Bernd Balzereit und Gerhard Jochum wird ?mangels Tatbestand? nicht mehr wegen des Vorwurfs der unrichtigen Bilanzdarstellung ermittelt. Bei EnBW zeigt man sich ?irritiert, aber nicht überrascht".
HB DÜSSELDORF. Die zuständige Staatsanwaltschaft Mannheim werde dies in den kommenden Tagen offiziell bekannt geben. Am Sonntag war sie für eine Stellungnahme allerdings nicht erreichbar.Nach Golls Abgang im Frühjahr 2003 hatte sein Nachfolger Utz Claassen Altlasten identifiziert und hohe Wertberichtigungen auf unrentable und zu teuer eingekaufte Beteiligungen vorgenommen. Deutschlands drittgrößter Energiekonzern rutschte daraufhin tief in die roten Zahlen. Nach einer Anzeige durch Lokalpolitiker nahm wenig später die Staatsanwaltschaft Mannheim Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstand unter dem Vorwurf auf, die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens geschönt zu haben.

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Vor einem Jahr geriet dann Claassen selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft. Sie prüft seither, ob Claassen bei den Wertberichtigungen nicht zu hoch gegriffen hat. Die Ermittlungen gegen Claassen dauern noch an, wie ein EnBW-Sprecher bestätigte. Die Vorwürfe seien aber nicht haltbar. Über die Einstellung des Verfahrens gegen die alte Führung sei man ?irritiert, aber nicht überrascht?.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.02.2006