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Veranstaltungen und Leistungsnachweise

Axel Berkofsky
Es gibt auch in Japan Vorlesungen und Seminare. Die Art und Weise, wie der Stoff vermittelt wird, unterscheidet sich allerdings sehr von der in Europa und den USA.
Die Form der Universitätsausbildung in Japan ist der deutschen sehr ähnlich: Es gibt auch hier Vorlesungen und Seminare. Die Art und Weise, wie der Stoff vermittelt wird, unterscheidet sich allerdings sehr von der in Europa und den USA. Auch wenn sich das System und das Unterrichten in Japan allmählich ändert, gilt immer noch: Der Professor spricht, und die Studenten schreiben mit. Der Unterrichtsstil mag daher deutschen Studenten sehr veraltet und mitunter autoritär vorkommen. Fragen und Diskussionen sind nicht unbedingt fester Bestandteil dieser Veranstaltungen. Das gilt nicht nur für die Vorlesungen, sondern zum Teil auch für die Seminare. In den letzten Jahren beginnen Professoren aber verstärkt, Diskussionen anzuregen und Seminare interessanter und lebhafter zu gestalten.

Studenten, die ein Auslandsjahr an einer japanischen Universität absolvieren und in Deutschland weiterstudieren, sollten die Auswahl der Seminare mit den deutschen Unis und Professoren absprechen, um zu vermeiden, dass die Leistungsnachweise nicht anerkannt werden. Wer sichergehen möchte, sollte neben der Prüfung eine Hausarbeit (wenn nicht ohnehin vorgeschrieben) verfassen oder ein Extrareferat halten, um etwas Schriftliches nach Deutschland mitnehmen zu können. Das bedeutet unter Umständen Extraarbeit, kann sich jedoch bei der späteren Anerkennung auszahlen. Leistungsnachweise (an japanischen Universitäten auch Credits genannt) werden den ausländischen Studenten auf Anfrage auf Englisch ausgestellt (siehe auch Kapitel Anerkennung von Studienleistungen). Für andere Leistungsbescheinigungen und Studiennachweise sind die International Student Centers an den Universitäten zuständig.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.04.2001