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Urlaub in der Klinik

Rainer Heubeck
Ursprünglich beförderte Mustafa Öntülmüs Touristen nach Ägypten und in die Türkei. Vor vier Jahren hat er eine weitere Klientel entdeckt: zahlungskräftige Patienten aus der früheren Sowjetunion und dem arabischen Raum, die er zur Behandlung nach Deutschland holt.
Ursprünglich beförderte Mustafa Öntülmüs Touristen nach Ägypten und in die Türkei. Vor vier Jahren hat er eine weitere Klientel entdeckt: zahlungskräftige Patienten aus der früheren Sowjetunion und dem arabischen Raum, die er zur Behandlung nach Deutschland holt. Sein Unternehmen German Health sucht die Klinik aus und kümmert sich um Reisevorbereitung und Nachbetreuung.

1996 besuchte der heute 35-Jährige aus Fürth seinen Vater in der Rhönklinik. Der Finanzvorstand der Klinikgruppe zeigte Interesse an der Behandlung von ausländischen Patienten und suchte jemanden, der An- und Abreise sowie die Betreuung organisiert. Als Chef von zwei Reisefirmen mit 40 Millionen Euro Jahresumsatz verfügte Öntülmus über Branchen-Know-how und das nötige Startkapital. Mittlerweile kooperiert German Health unter anderem mit der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, dem Klinikum München-Großhadern sowie der Universitätsklinik Erlangen und beschäftigt 14 Mitarbeiter in den deutschen Kliniken und eigenen Büros in Dubai, Kairo und Moskau.

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Seine Kunden wirbt Öntülmüs auch über große Versicherungen. ?Sie erlauben die Behandlung in Deutschland, aber nur in einem Verbund." Für die Vermittlung erhält er eine Verwaltungskostenpauschale und verdient darüber hinaus an den Zusatz- und Transportleistungen. Seit dem 11. September hat sich der Umsatz von German Health verdreifacht. ?Die erschwerte Erteilung von Visa für die USA wirkt sich auf das Reiseverhalten der Menschen aus", sagt Öntülmüs.
Dieser Artikel ist erschienen am 10.06.2002